Kunsthandwerk
   
 

Althergebrachtes, wieder aufblühendes Handwerk

Cloisonné
Schnupftabakfläschchen
Lackwaren
Jade
Siegel

Seide

Teppiche

Drachen


Wenn Sie sich über die nachstehenden Volkskünste informiert haben, schlagen wir vor, dass Sie sich unter dem Link Einkaufen die Fotos dazu ansehen.

Cloisonné

Seit 1904, als ein chinesisches Cloisonné -Gefäß bei der Weltausstellung in Chicago den ersten Preis gewann, erfreut sich Cloisonné im Ausland großer Beliebtheit. Cloisonné-Gegenstände, die ursprünglich zum Gebrauch der Mitglieder des kaiserlichen Palastes bestimmt waren, wurden unter der Yuan Dynastie (1279-1368) entwickelt und in der Ming Dynastie (1368-1644) perfektioniert.

Cloisonné entsteht, indem man Bronze in verschiedene Formen bringt und darauf Kupferfäden zu dekorativen Mustern gebogen, fixiert. Die "Cloisons" oder Aussparungen werden dann mit verschiedenen Lackfarben gefüllt und anschließend wird das Teil dreimal gebrannt. Dann wird das Stück geschliffen und poliert bis es eine glatte Oberfläche und einen feinen Glanz hat. Heutzutage wird Cloisonné in vielen Formen und Farben hergestellt, von praktischen Objekten wie Vasen, Schalen und Aschenbechern über Stifte und dekorative Armbänder bis hin zu Tierfiguren.

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Schnupftabakfläschchen

Schnupftabakfläschchen kamen ursprünglich nicht aus China sondern wurden vom italiensischen Jesuitenpriester Matteo Ricci im frühen siebzehnten Jahrhundert eingeführt. Doch die Chinesen haben dieses europäische Handwerksstück durch die Bemalung der Innenflächen der Schnupftabakfläschchen verschönert. Die Legende erzählt, dass ein Beamter der Qing Dynastie (1644-1911) mit einem dünnen Bambusstäbchen aus der leeren Flasche die letzten Tabakkrümel herauskratzen wollte. Ein Mönch bemerkte die durch das durchsichtige Glas scheinenden feinen Linien, die dieser Vorgang verursacht hatte, und kam auf die Idee, die Innenseite der Fläschchen ganz zu bemalen.

Bemalte Schnupftabakfläschchen sind meistens aus Glas, aber für die kostbareren werden auch Jade oder Kristallachat verwendet. Diese kleinen Objekte, die oftmals nicht mehr als sechs oder sieben Zentimeter hoch und vier bis fünf Zentimeter breit sind, werden zuerst als flaches Fläschchen geformt und innen mit Eisensand abgerieben, bis eine glatte, milchig weiße Innenoberfläche entsteht. Nach dem Entfernen des überschüssigen Sandes wird die Innenseite mit einer detailgenauen Malerei versehen, die mit einem an der Spitze gebogenen Bambuspinsel ausgeführt wird. Da die Flaschenhälse meistens sehr eng sind, bedarf das Malen der schmucken Blumen, Vögel, Landschaften oder historischen Szenen einer besonderen Kunstfertigkeit und Geduld.

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Lackwaren

Überreste von Lackwaren wurden in Grabstätten der Zhou Dynastie (11. Jh. - 476 n. Chr.) entdeckt und bezeugen die lange Geschichte dieser Volkskunst. Der Lack ist eine natürliche Substanz, die man aus dem Saft des Lackbaumes gewinnt, der in China heimisch ist. Man brachte auf den Gegenstand einige Hundert Schichten Lack an, bis eine Dicke zwischen fünf bis achtzehn Millimeter erreicht war. Nach dem Trocknen des Lackes wurden verschiedene Motive in die Oberfläche des Objektes geritzt. Traditionelle kaiserliche Lackwaren waren für gewöhnlich Stühle, Paravents, Tische und Vasen, doch heute findet man auch andere Dinge, wie zum Beispiel Tabletts, Tassen und schmale dekorative Behälter.

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Jade

Die Chinesen schätzen Jade schon seit den Shang und Zhou Dynastien (16. Jh. - 476 v. Chr.) und Jadeschnitzereinen in Form von Platten oder Zylindern wurden den Grabstätten beigefügt. Zu einem späteren Zeitpunkt, während der Han Dynastie (206 v. Chr. - 220 n. Chr.), wurden ganze Anzüge aus Jade gefertigt, in die man Verstorbene kleidete. Man denkt, dass Jade magische und lebensspendende Eigenschaften hat und Schutz vor Krankheit und bösen Geistern bringt. Jade gilt auch als Symbol für Noblesse, Schönheit und Reinheit.

In der heutigen Zeit nimmt man Jade zur Herstellung verschiedenartigster Gegenstände, von Geschirr über Aschenbecher bis hin zu so dekorativen Dingen wie Schmuck, Tierdarstellungen oder ausgeklügelten Baumformationen. Die Farben sind sehr unterschiedlich, die kostbarsten Jadestücke sind in weißen, grünen, braunen oder mehrfarbigen Tönen. Eine alte Geschichte erzählt davon, dass der Qin König Zhao einmal fünfzehn Städte gegen ein berühmtes Jadeteil eintauschen wollte. Dies zeigt den Wert, der Jade für die Chinesen hat.

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Siegelschnitzen

Die frühesten Siegel-Schnitzereien fanden vor etwa 3700 Jahren ihren Ursprung, als man Orakelinschriften in Schildkrötenpanzer gravierte. Malerei, Kalligraphie, Poesie und Siegelschnitzen gelten als die "vier Künste" der kultivierten Gelehrten. Die Kunst des Siegelschnitzens ist eine Kunstform des Fernen Ostens. Im Gegensatz zum Westen, wo eine handgeschriebene Unterschrift ausreichte, werden Siegel in Asien seit der Kaiserzeit bis in unsere Tage dazu benutzt um Dokumente zu beglaubigen, Besitzansprüche zu belegen oder um ein Werk oder eine Malerei zu signieren.

Siegel werden aus verschiedenartigen Materialen, wie zum Beispiel Holz, Metall und Jade hergestellt und es gibt viele unterschiedliche Formen und Größen. Die Seiten des Siegels werden entweder blank gelassen oder mit Kalligraphien oder Bildern versehen, in eine der Seiten wird der Name des Besitzers geschnitzt. Heutzutage werden die Siegelschnitzer für den ausländischen Besucher einen chinesischen Namen aussuchen, den sie dann für den neuen Besitzer abwandeln. Wenn Sie sich ein Siegel kaufen, sollten Sie nicht vergessen, auch die rote Tintenpaste zu besorgen, die Sie zum Drucken des Siegels benötigen.

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Seide

Obwohl man immer noch über das genaue Datum der Erfindung debattiert, geht man im Allgemeinen davon aus, dass die Kaiserin Xi Ling diese Tradition 2640 v. Chr. eingeleitet hat. Die Seide selbst kommt vom Kokon der Bombyx Mori, einem in China beheimateten Insekt. Um eine Faser zu erhalten, die stark genug für den darauffolgenden Webereiprozess ist, braucht man die Fäden von sechs bis sieben Kokons. Nach dem Verdrillen wird die Seide in Fabriken geschickt und dort entweder gefärbt oder zu Kleidern, Teppichen oder Stickereien verarbeitet.

Die besten Seiden werden heute in der Provinz Zhejiang, insbesondere in Suzhou, und in den Provinzen von Guangdong und Sichuan hergestellt. Man bekommt Seidenballen in den verschiedensten Farben, Mustern und Qualitäten und es gibt eine großen Auswahl von Konfektionsware in traditionellem oder modernem Stil.

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Teppiche

Die Teppichknüpferei kam in der Qing Dynastie (1644-1911) nach China, als tibetische Lamas in die Hauptstadt gerufen wurden um dort Teppiche für die kaiserliche Familie herzustellen. Die Teppiche sind von einem Gebiet zum anderen sehr unterschiedlich. In Peking verwendet man traditionelle Muster wie Drachen und Phönixe, das Schriftzeichen für langes Leben, Blumen, Bäume, Kraniche oder Szenen aus der klassischen chinesischen Malerei. Die meisten in China verkauften Teppiche kommen aus den Teppichfabriken der autonomen Regionen Innere Mongolei, Xinjiang und Tibet.

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Drachen

Die Chinesen haben die Drachen vor mehr als zweitausend Jahren, während der Zeit der sich bekriegenden Staaten (475-221 v. Chr.) erfunden. Die ersten Drachen, die aus Holz gefertigt wurden, dienten nicht der Unterhaltung, sondern wurden für militärische Zwecke eingesetzt. Es gibt Geschichten, die von Soldaten erzählen, die sich an Drachen festgebunden haben um die feindlichen Stellungen besser überblicken zu können. Es gab auch Musiker, die Bambusbänder an den Drachen befestigten, um damit die vibrierenden Geräusche eines Streichinstruments zu erzeugen. Eine andere interessante Anwendung von Drachen gab es in der Qing Dynastie (1644-1911), als die Leute meinten, dass einen Drachen fliegen lassen und ihn dann freizusetzen das Unglück und die Krankheiten, an denen man litt, wegtragen würde.

Drachen werden heutzutage in den verschiedensten Mustern und Materialien hergestellt. Es gibt mehr als dreihundert Muster und Formen, wie zum Beispiel Fische, Vögel und Schriftzeichen. Das Gerüst eines Drachens ist immer aus Bambus, die Bespannung entweder aus Seide oder Papier. Im Allgemeinen handelt es sich bei den Malereien um Muster, die auf Papier gedruckt wurden, doch es gibt auch maßgefertigte Drachen, die mit der Hand bemalt werden und mit bedeutungsschweren Symbolen, wie zum Beispiel Zwergkiefer und Kranich für Langlebigkeit oder Fledermäuse und Pfirsiche für Glück, geschmückt werden.

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