Daosim
   
 

Daoism - the road to natural harmony and absolute happiness

Der kurze Artikel, “Okkultes Universum” zeigt die Glaubens-Grundmuster auf, die in China seit dem dritten Jahrtausend v. Chr. vorherrschten. Ebenso haben wir dort das Buch der Wandlungen vorgestellt, das bei der Entwicklung des Konfuzianismus und der taoistischen Doktrin eine gleichermaßen einflussreiche Rolle spielte. Doch während Konfuzius die Rolle dieses Buches um seine gesellschaftlichen Auswirkungen erweiterte, legte der Taoismus den Schwerpunkt auf den metaphysischen Aspekt um die unumstößlichen Gesetzmäßigkeiten der Wandlungsprozesse des Universums zu verstehen. Lao Tse, der mit seinem Werk Tao De King (Kraft und Grundsatz) den Grundstein der taoistischen Bewegung legte, schrieb: “das Unveränderliche zu erkennen bedeutet Erleuchtung”.

Lao Tse's Ideen

Lao Tse war überzeugt, dass der Mensch durch Kontemplation der unveränderlichen Gesetze, welche die Wandlungen bewirken und verstärken, zum Verständnis des Tao – dieser mystischen, allumfassenden Kraft, die das Universum regiert – gelangen kann. Dieses Ziel zu realisieren ist jedoch nicht einfach. Zuerst muss sich die Person auf die Erleuchtung vorbereiten. Dies setzt die Beachtung des “Nicht-Handelns” voraus und das Ver-Lernen allen oberflächlichen Wissens. Erst nach der Wiederentdeckung seiner inneren Essenz kann ein Individuum das Tao verstehen und sich damit verbinden.

1) Das Unveränderliche entdecken

Lao Tse erläutert im Tao Te King die unveränderlichen Gesetzmäßigkeiten, die er entdeckt hat. Wie dies schon beschrieben wurde, gilt “Umkehr ist die Bewegung des Tao” als das wichtigste Prinzip (siehe “Die Theorie von Yin und Yang” unter “Okkultes Universum” ). Lao Tse stellt dar, dass die Bewegungen der Wandlungen immer “die Leere füllen und die Fülle leeren” und daraus ergibt sich, dass man deshalb zuerst die Erfahrung des Gegenteils von dem, das man erreichen möchte, suchen solle. D.h., wenn Sie glücklich sein möchten, sollten Sie zuvor der Traurigkeit nachgehen. Zweitens ist Lao Tse der Ansicht, dass die Wandlung immer in Richtung des geringsten Widerstands erfolgt. Drittens, und im Widerspruch dazu, meint er, dass alle Arten von Fortschritt eher Zwietracht und Unglücklichsein als Harmonie und Verbesserung schaffen. Er glaubt felsenfest, dass jede/r, die/der das Tao verstehen möchte, zuerst die falschen Kenntnisse der angeblich fortschrittlichen Welt ablegen müsse. Der Weg, um das Tao zu verstehen beginnt mit der Entdeckung seiner eigenen inneren Essenz durch das “Nicht-Handeln”.

2) Die Praxis des “Nicht-Handelns”

Nicht-Handeln entsteht, wenn eine Person oder ein Gegenstand in natürlicher und spontaner Übereinstimmung mit seinen inneren Richtlinien oder Te ist; es ist das Gegenteil von allem was willkürlich, erlernt und künstlich ist. Lao Tse beharrt unerschütterlich darauf, dass die Menschen den Zugang zur Essenz verloren haben, weil sie zu viele Wünsche und zu viel Wissen angehäuft haben. Dies verhindert, dass sie sehen können wie das Tao , die universelle, unveränderliche Kraft, das Te, oder das universelle Grundgesetz in allen Dingen, alle Dinge und Wesen beeinflusst. Erst wenn die Menschen ihr Leben auf die Einfachheit des Tao reduzieren, können sie beginnen, diese Kräfte zu verstehen. So schreibt Lao Tse im zweiten Vers: “Der Weise beharrt im Wirken des Nicht-Tuns. Er lehrt ohne zu sprechen. Alle Wesen treten hervor und er entzieht sich ihnen nicht. Er erschafft und besitzt dennoch nichts. Er ist verdienstvoll, doch er behält nichts.”

3) Das Tao definieren

Obwohl es möglich ist zu vermitteln, welchen Sinn das Verstehen des Tao hat, ist es unmöglich, das Tao selbst zu definieren. Dies, weil Lao Tse ebenso wie die chinesischen Buddhisten glaubt, dass die außerirdische Erfahrung des Tao durch die Sprache nicht ausgedrückt werden kann. Deswegen beschreibt Lao Tse das Tao immer nur mittels Anspielungen, wie dies auch die chinesischen Buddhisten tun. Um einen Eindruck des Tao zu vermitteln, wollen wir hier die berühmte Einleitung aus dem Tao Te King von Lao Tse wiedergeben:

Der SINN, der sich aussprechen lässt,
ist nicht der ewige SINN.
Der Name, der sich nennen lässt,
ist nicht der ewige Name.
"Nichtsein" nenne ich den Anfang von Himmel und Erde,
"Sein" nenne ich die Mutter der Einzelwesen.
Darum führt die Richtung auf das Nichtsein
zum Schauen des wunderbaren Wesens,
die Richtung auf das Sein
zum Schauen der räumlichen Begrenztheiten.
Beides ist eins dem Ursprung nach
und nur verschieden durch den Namen.
In seiner Einheit heißt es das Geheimnis.
Des Geheimnisses noch tieferes Geheimnis
ist das Tor, durch das alle Wunder hervortreten.

4) Konflikt mit dem Konfuzianismus

Während Konfuzius die Moral einer sich weiterentwickelnden Gesellschaft verbessern wollte, legte Lao Tse den Schwerpunkt auf die Erleuchtung des Einzelnen durch eine regressive Ideologie. Dadurch entstand ein Konflikt zwischen den beiden Philosophien.

Lao Tse war der Ansicht, dass das Tao über den Begriffen von gut und böse steht und folgerte er daraus, dass die konfuzianischen Werte von Loyalität und Rechtschaffenheit diese höheren Richtlinien verfälschen. Daher schreibt er:

Ist das Tao verloren, dann bleibt das Te.
Ist das Te verloren, dann bleibt die Tugend der menschlichen Gutherzigkeit.
Ist die menschliche Gutherzigkeit verloren, dann bleibt die Gerechtigkeit.
Ist die Gerechtigkeit verloren, dann bleiben die Zeremonien.
Diese jedoch sind der Verfall von Loyalität und gutem Glauben und der Beginn des Leidens und der Verwirrung.

Der philosophische Konflikt zwischen Taoismus und Konfuzianismus ist hier klar. Die beiden Philosophen waren sich auch in Bezug auf die Rolle der Regierung uneinig. Während Konfuzius einen fortschrittlichen Kaiser begrüßte, forderte Lao Tse den Kaiser auf, die Regierungsgeschäfte einzuschränken und die Folgen der Zivilisation rückgängig zu machen.

Man kann argumentieren, dass Lao Tse's quasi anarchistischer Ansatz für manche Menschen passend sein kann, für die Entwicklung der gesamten Gesellschaft jedoch nicht vorteilhaft ist. Dennoch hat ein späterer Philosoph, Zhuang Tse, Lao Tse's Konzepte weiterentwickelt. Durch die Verwendung esoterischer Paradoxe und schwer zu verstehender Rätsel, legte Zhuang Tse die logischen Widersprüche des täglichen Lebens und der Sprache dar und es gelang ihm, die mögliche Rolle des Taoismus für die alltägliche Gesellschaft zu rechtfertigen.

Zhuang Tse's Ideen

Zhuang Tse's wichtigster Beitrag war die Unterscheidung zwischen relativer und vollkommener Glückseligkeit.

1) Relative Glückseligkeit:

Zhuang Tse tritt für eine glückliche Welt ein. Er behauptet, dass Glückseligkeit nicht in einer absolut gleichen Form erscheint, aber dass Menschen im Einklang mit ihrer eigenen Natur (Te) in verschiedenem Ma ße glücklich sind. Er sagt, es sei ein natürliches Gesetz, dass die Menschen ihre eigene Ebene des Glücks finden, wenn man ihnen gestattet, ihre natürliche Begabung dafür auszuleben. Um den Menschen eine relative Glückseligkeit zu gewähren, sollen Politik und Gesellschaft vom Streben absehen, eine Uniformität des Glückes erreichen zu wollen. Zhuang Tse behauptet, dass man keine Regierung mehr braucht, sobald es den Menschen erlaubt ist, gemäß ihrer natürlichen Begabung zu leben, denn es sei ein Gesetz der Natur, dass die Menschen so die ihnen innewohnende Ebene von Glückseligkeit erlangen. Die Rolle der Regierung sollte sich also darauf beschränken, den Menschen zu ermöglichen, gemäß ihrer natürlichen Begabung zu leben.

2) Absolute Glückseligkeit:

Diese war jenen auserwählten Einzelpersonen vorbehalten, welche durch die Transzendenz der gewöhnlichen Unterscheidung der Dinge in die unendlichen Wandlungsphasen des Lebens eintauchen konnten. Eine solche Person analysiert nicht und zieht kein Ergebnis einem anderen vor. Steht er Gegensätzen gegenüber, sieht dieser Weise darin dynamische Partner (Yin und Yang), die sich im ständig fließenden Prozess des Wandels befinden. Er oder sie kombiniert Widersprüche daher zu einem vollkommenen Ganzen. Der Weise verliert das Gefühl des Selbst und identifiziert sich dadurch mit dem Unendlichen. Das ist die absolute Glückseligkeit. “Wenn wir diese Einheit erreichen und uns damit identifizieren”, schreibt Zhuang Tse, “dann sind unsere Körperteile nur Staub und Schmutz, und Leben und Tod, Ende und Anfang sind wie die Nacht, die auf den Tag folgt, und nichts kann unseren inneren Frieden stören. Wie wenig werden wir uns von irdischen Verlusten oder Gewinnen, Glück oder Unglück beeinflussen lassen!”

Im Gegensatz zum Konfuzianismus der hauptsächlich eine gesellschaftliche Philosophie ist, wendet sich der Taoismus den metaphysischen Problemen zu. Diese Philosophie ist in China entstanden und hat als Ziel, Ursprung und Verhalten des Universums zu erklären.


 

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