Dunhuang's History
   
 

The History Of Dunhuang - At The Edge Of The Empire

Drei geografische Gebiete waren im Laufe der langen Geschichte Chinas für die gesamte Verteidigung des Landes ausschlaggebend. Das erste ist das Tarim-Becken, das auf vielen westlichen Landkarten als die westliche Hälfte der Gobi-Wüste bezeichnet wird. Das zweite ist das sumpfige Steppenland des Ordos-Plateaus, das jetzt zur Inneren Mongolei gehört und sich an der großen Beuge des Gelben Flusses befindet. Das dritte ist das Orkhon-Tal nordwestlich des Ordos-Plateaus in der Äußeren Mongolei. Wer auch immer eines dieser drei Gebiete kontrollierte, hatte einen starken Stützpunkt, von dem aus er China bedrohen konnte. Die Geschichte von Dunhuang hat seine Wurzeln in Chinas Versuchen, seine westliche Grenze vor Angriffen aus dem Tarim-Becken zu schützen.

Schon seit dem 7. Jahrhundert vor unserer Zeit bauten chinesische Königreiche Mauern entlang ihrer nördlichen Grenzen, um sich gegen die Überfälle der wilden hunnischen Nomadenstämme (Xiongnu) zu verteidigen. Während der Regierungszeit des Kaisers Wu der Westlichen Han-Dynastie (147-87 v. u. Z.) , im Jahre 120 v. u. Z., wurde das bisher umfangreichste Große-Mauer-Projekt gestartet: bis zu vier Befestigungssysteme, die China in voller Breite von Dunhuang im Westen bis zur Korea-Halbinsel im Osten umspannten. Ein Teil dieser Großen Mauer wurde über den Eingang zum Hexi-Korridor gebaut, vom Jadetor-Pass (Yumenguan) bei Dunhuang im Westen bis nach Jiayuguan, 290 Kilometer östlich. Drei Jahre später, 117 vor unserer Zeitrechnung, wurde Dunhuang zur Präfektur ernannt. Während des nächsten Jahrtausends blieb es einer der wichtigsten strategischen Orte Chinas mit einer sehr starken Konzentration von Militär- und Zivilpersonal.

Der Hexi-Korridor, eine Wüstenebene, die von zwei Gebirgszügen umschlossen wird, verbindet das östliche Ende des Tarim-Beckens mit dem Landesinneren von China. Daher  liegt es auf der Hand, dass Dunhuang eine große militärische Bedeutung als Chinas erste Verteidigungslinie bei einem westlichen Angriff zukam. "Dunhuang" heisst in der Tat „Aufflammender Leuchtturm (Feuerturm)“ und weist auf eine Reihe von Alarmfeuertürmen hin – 70 davon sind heute noch erhalten – durch die feindliche Bewegungen an die militärischen Kommandoeinheiten im Osten gemeldet wurden.

Die Rolle und der Charakter Dunhuangs änderten sich durch das Aufblühen der Seidenstraße und den daraus resultierenden Austausch von Ideen und Handelswaren. Obwohl sie eine wichtige Garnisonsstadt blieb, wurde sie als Handelsstützpunkt und kulturelles Zentrum immer wichtiger. Viele kulturelle Relikte bezeugen ihren Reichtum und ihre Macht als Handelsstadt. Zum Beispiel wurde hier kürzlich Papier aus dem Jahre 94 v. u. Z. gefunden. Bisher hatte man die Entdeckung des Papiers 170 Jahre später datiert. Es gibt kein größeres Zeugnis für den kulturellen Stellenwert Dunhuangs als die in ihrer Nähe gelegenen Mogao-Grotten, die Yulin-Grotten und die Westlichen Tausend-Buddha-Grotten.

Von der Entstehung bis zum Ende der Tang-Dynastie (618-907 n. u. Z.) blieb Dunhuang ein wichtiges Zentrum für das politische, wirtschaftliche und militärische Leben Chinas. Als jedoch Chinas Hauptstadt von Xi'an in den Osten verlegt wurde – weg von dem bedrohlichen Bereich des Tarim-Beckens - und sich der Handel vom Land aufs Meer verlagerte, verlor auch Dunhuang allmählich seine nationale Wichtigkeit.


 

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