The Forbidden City
   
 

The Forbidden City - Hierarchy translates into geometry

The Forbidden CityUm Nordchina vor der anhaltenden Bedrohung durch die kriegführenden Mongolen zu stärken, erkor Yong Le (R. 1402-1424), der dritte Ming-Kaiser, Peking wieder zu Chinas Hauptstadt. Es war er, der die Paläste von Kublai Khan, die mehr als ein Jahrhundert zuvor erbaut worden waren, dem Erdboden gleich machte, und die Verbotene Stadt und die Kaiserliche Stadt in ihrer neuen leicht südöstlichen Lage umgestaltete. Mit nur kurzen Unterbrechungen dient die Verbotene Stadt seither als alleiniger Sitz der Regierung. Ebenso wie es Bürgerlichen unter der Ming- und Qing-Dynastie nicht erlaubt war, die Verbotene Stadt zu betreten, sind auch heute die meisten Bürger und Ausländer nicht berechtigt, in das Regierungsviertel in Zhongnanhai zu gehen.

Die Herrschaft des Kaisers war durch einen Kodex gerechtfertigt, das sogenannte Mandat des Himmels, das besagt, dass der Kaiser seinen Status dem Himmel verdankt. Wenn ein Kaiser und eine Dynastie erfolgreich entthront wurden, galt das als neuer Wille des Himmels, denn sonst hätte es nicht geschehen dürfen. Auf diese Weise wurde das abgeschottete und privilegierte Leben des Kaisers hinter den Mauern der luxuriösen Verbotenen Stadt legitimiert. So gibt es in der Verbotenen Stadt angeblich 9.999,5 Zimmer, ein halbes Zimmer weniger als 10.000, denn diese Anzahl von Räumen soll der ursprüngliche Jade-Kaiser in seinem Himmlischen Palast besitzen.

Eine der bedeutendsten politischen Entwicklungen unter der Ming-Dynastie war die wachsende Beteiligung des Kaisers an China’s Regierung. Statt den Ministerien die Kontrolle zu übertragen und um die Machenschaften der Regierung zu überwachen, entwickelten die Ming-Kaiser einen vielschichtigen kaiserlichen Beamtenapparat, der hauptsächlich aus Eunuchen bestand. Demzufolge musste die Verbotene Stadt, um diese riesige interne Verwaltung unterbringen zu können, in einem bisher noch nie dagewesenen Umfang errichtet werden.

Die Bauweise und die Anordnung der Verbotenen Stadt entlang einer Nord-Süd-Achse spiegeln die Absicht wider, eine passende Umgebung für die kaiserliche Regierung und das kaiserliche Leben, zu schaffen. Im Süden sind die Gebäude pompös und förmlich, erbaut in einem Stil, der Würdenträger, die zu Besuch kommen, beeindrucken soll. Wenn Sie weiter nach Norden in die privaten Gemächer des Kaisers wandern, werden Ihnen kleinere Bauten begegnen, welche die größere Intimität des kaiserlichen Privatlebens ausdrücken. Die Teilung zwischen den privaten und öffentlichen Bereichen findet am Tor der Himmlischen Reinheit statt. Südlich dieses Tores liegen die drei offiziellen Empfangshallen, die Halle der Höchsten Harmonie, die Halle der Vollkommenen Harmonie und die Halle der Erhaltung der Harmonie. Nördlich dieses Tores liegt der Palast der Himmlischen Reinheit der Kaiserin und der Palast der Irdischen Ruhe des Kaisers, dazwischen befindet sich die Halle der Irdischen und Himmlischen Einigkeit.

So konnte man zur Kaiserszeit in der Verbotenen Stadt die Wichtigkeit einer Person auch an der Geografie ablesen: je angesehener jemand war, desto weiter nördlich wurde er empfangen. Ein geladener Botschafter drang vielleicht nur bis zur Halle der Höchsten Harmonie, dem höchsten Gebäude im Kaiserlichen Peking vor, ein König hingegen wurde vielleicht schon in die weiter nördlich gelegene Halle der Erhaltung der Harmonie gebeten.


 

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