The Great Wall
   
 

The Great Wall of China: protection from the northern tribe

Ming dynasty Great WallWenn Sie dieses gewaltige Bauwerk sehen, das sich durch steil abfallende, felsige Gebirgskämme schlängelt und zeitweise sogar auf stützenden Eisenbalken windige Schluchten überbrückt, werden Sie vom schier wahnsinnigen Ausmaß dieses Unternehmens beeindruckt sein. Das verknotete Rückgrat der Großen Mauer erstreckt sich vom Bo Hai Meer im Osten bis zu den Wüstenebenen von Dunhuang im Westen. Staundend mag man sich fragen was wohl der Grund für diese Befestigung war.

Kulturen wie jene der Griechen und Hebräer umgaben ihre Städte von alters her mit einem Schutzwall. Im 5. Jahrhundert vor Christus gingen die Krieg führenden Staaten in China noch einen Schritt weiter, sie erweiterten ihre Mauern, um ganze Landstriche einzuschließen. Als Qinshihuang, der Kaiser der Qin-Dynastie, China vereinigte, verband er die Mauern entlang der nördlichen Grenze, um zu verhindern, dass die feindlichen barbarischen nördlichen Stämme einfallen konnten. Tausende Sklaven wurden für die Verwirklichung dieses ehrgeizigen Vorhabens geopfert, und das Volk sah in der Großen Mauer ein Symbol für die tyrannische Unterdrückung. Egal, wie groß und mächtig die nachfolgenden Dynastien waren, immer wurde irgendeine Mauer gebaut, um die nördliche Grenze zu markieren.

Han Dynasty Great WallErst nachdem die Ming-Dynastie der mongolischen Herrschaft im 15. Jahrhundert ein Ende setzte wurde die Große Mauer, jene majestätische und systematische Befestigungsanlage, wie wir sie heute sehen, erbaut. Um den Beweggrund der Ming-Dynastie für dieses Vorhaben zu verstehen müssen wir zuerst überlegen, was es bedeutete eine mongolische Invasion durchzumachen. Als diese Horde im Jahrhundert davor aus den Steppen stürmte, begnügte sich dieser ungebildete, normadische Stamm nicht mit der gnadenlosen Ermordung und Vergewaltigung von Menschen und der Plünderung von Städten. Der Eroberungstrieb dieser wilden Nomaden war so groß, dass sie ihre Zeichen sogar großflächig in bebautes Ackerland brannten. Die traumatische Narbe, die diese kriegerischen Fremden in der chinesischen Seele hinterlassen haben, kann heute an der Dimension der gewaltigen, unglaublichen Großen Mauer in Kubikmetern gemessen werden.

Die Bemühung der Ming-Dynastie, die Mauer zu verstärken, erwiesen sich als sehr nützlich. Von der Großen Mauer aus konnte der Vormarsch der Mandschureninvasion im 17. Jahrhundert beobachtet werden. Dass die Ming letztendlich dennoch verloren, lag nicht an einer Schwachstelle in dieser Befestigungsanlage, sondern an der weltlichen List einer hinreißenden Mandschuren-Prinzessin. Das, jedoch, ist eine andere Geschichte.

Die Zeit hat die Große Mauer von ihrem tyrannischen Beigeschmack reingewaschen. Während einige Chinesen in ihr China’s geringe Aufgeschlossenheit für Neues sehen, ziehen andere es vor sie als außergewöhnliche, historische Errungenschaft zu betrachten. Richard Nixon fasste diese Meinungen geschickt zusammen:

„ Das ist eine Große Mauer, und nur ein großartiges Volk mit einer grandiosen Vergangenheit kann so eine große Mauer haben, und so ein großartiges Volk mit so einer großen Mauer wird bestimmt auch eine große Zukunft haben.“


 

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