A View From Victoria PeakVictoria Peak

Wenn Sie sich Hong Kong als Drachen vorstellen, durch den „Qi“ (oder Energie) hindurch fließt, dann ist Victoria Peak der Gipfel des Rückgrats dieses Drachens. Und Victoria Peak ist ohne Zweifel Hong Kongs Top-Sehenswürdigkeit. Sollten Sie es im Sommer besuchen, werden sie bestimmt Sir Richard MacDonnell verstehen, den Gouverneur von Hong Kong im 19. Jahrhundert, der seine Residenz hierher verlegte, um der tropischen Trägheit unten im Hafen zu entgehen. Seit den Tagen von Sir Richard sind hier viele weitere Bauten errichtet worden, und es ist heutzutage kein einfacher Aussichtspunkt mehr, sondern ein mehrstöckiger Komplex mit Geschäften, Restaurants und einem „Madame Tussaud’s Wachsfiguren Kabinett“ (selbstverständlich mit Jackie Chan). Aber man geht wegen des Ausblicks dorthin. Der Blick über den Hafen und die Gebäude, die langsam den Berg hinauf  auf sie zukriechen, ist bei Tag wie bei Nacht atemberaubend. Sie können zum Peak hinauf fahren, oder aber wie viele Touristen im ‚Funicular’ (einer Kabelseilbahn mit zwei Kabinen, die einander ausbalancieren, in dem sie sich entgegengesetzt zueinander bewegen) und die es schwer macht zu glauben, dass Hong Kongs Bauten aufrecht stehen und nicht in alle Richtungen sprießen. Von der Endstation aus können Sie die Rolltreppen hinauf zum höchsten Ausblickpunkt nehmen.

Government House

Dieses reizvolle, neo-klassizistische Gebäude, das 1855 erbaut und später von den Japanern während ihrer vierjährigen Herrschaft über Hong Kong erweitert wurde, diente 25 von Hong Kongs Gouverneuren als Residenz. Als die Briten 1997 aus Hong Kong abzogen, stand das Gebäude verlassen, erlangte jedoch Anfang 2006 seine Bestimmung zurück. Heute residiert hier wieder Hong Kongs politisches Oberhaupt, der Vorstandschef der SAR (Sonderverwaltungszone), der zweifelsohne dem Britischen Gouverneur von 1919- 1925, Sir Reginald Stubbs, beipflichten würde, der dazu riet, jegliche Neigung der einheimischen Bevölkerung zur Demokratie „im Rahmen der Vernunft“ zu halten. Bleibt abzuwarten, ob das Haus auch in Zukunft solche Prominenz zu seinen Besuchern zählen können wird, wie in der Vergangenheit den noch zu krönenden Zar Nicolas II und den ehemaligen US Präsidenten Ulysses Grant. 

Tin Hau- und Man Mo TempelWong Tai Sin Temple

Eine der eindrucksvollsten Facetten Hong Kongs ist, dass in dieser Stadt, die so überaus modern erscheint, zahlreiche kleine Tempel überlebt haben, und dass es de facto als eine der  Zentralen der Chinesischen Kunst des ‚Feng Shui’ gilt. Die zwei Welten mögen einander nicht so fremd sein wie es scheint, denn viele von Hong Kongs charakteristischen Gebäuden wurden nach Feng Shui Prinzipien gestaltet. Keines der Gebäude kann jedoch mit dem Bau in der Nähe des Lung Cheung Road Aussichtspunkts auf der Kowloon Halbinsel mithalten, von dem behauptet wird, dass dort die ‚Drachen-Energie’, die Hong Kongs Erfolg sicherte, am konzentriertesten ist. Um ein Gefühl für die ursprüngliche Kultur zu bekommen, die nach wie vor in Hong Kong gedeiht, sollten Sie einen Tin Hau oder Hung Sin Tempel besuchen, die beide Götter des Meeres sind. Der Tin Hau Tempel in Causeway Bay, der zuerst im frühen 18. Jahrhundert erbaut wurde, ist noch immer in den Händen der Familie, die ihn damals errichtet hatte. Nur wenige Schritte um die Ecke finden Sie den Lotus Tempel, ein wunderbares Beispiel von einem kleinen einheimischen Tempel, bei dem sie, wenn sie zurück gehen um seinen Anblick zu bewundern, gegen eine der Säulen stoßen.
In diesem Tempel gibt es Mönche und die wunderbaren spiral-kegelförmigen Räucherhüte und so ist er ein herrlicher Ort, um zu erfahren, wie Ahnenkult, religiöse Verehrung und Wissenschaft zusammenwirken. In diesem buddhistischen Tempel kann man auch auf dem Weg nach oben in einem Seitentempel, ganz im Sinne der Pascalschen Wette, eine Statue von Konfuzius finden. Der bekannteste Daoistische Tempel ist der Man Mo Tempel, ein Wahrzeichen Hong Kongs das allseits beliebt ist, egal ob man nun Daoist ist oder nicht. Der Tempel wurde Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut und den Zwillingsgöttern der Literatur und der Kampfkünste gewidmet. Ein aufschlussreiches Zeichen dafür, wie wichtig diese zwei charakteristischen Eigenschaften  in der Chinesischen Kultur wurden, ist, dass Posten in der kaiserlichen Regierung oftmals mit Repräsentanten dieser Künste besetzt wurden. Und wenn Sie das chinesische Schriftzeichen für ‚Literatur’ und das für ‚Kampfkünste’ nebeneinander schreiben, so bedeutet das daraus entstehende Schriftzeichen ‚verfeinert’ oder auch ‚kultiviert’.

Die umliegenden Inseln

Wenn Sie dem Beton und den Wolkenkratzern entfliehen möchten, um ein älteres Hong Kong zu entdecken, dann sind die umliegenden Inseln ein lohnenswertes Ausflugsziel. Viele von ihnen bewahren bis heute eine Lebensart, die inmitten der Büros des Zentrums nahezu unvorstellbar ist. Von Cheung Chau mit seinem bis heute betriebsamen Fischerdorf bis Lantau, das anregende  Spaziergänge auf klar gekennzeichneten  Pfaden durch malerische Dörfer bietet. Die Landschaft ist mitunter kahl auf den Anhöhen, aber tropisch üppig an der Küste – wo auch immer Sie entlang kommen, werden sie früher oder später erkennen, dass Hong Kongs außerordentliches Wachstum trotz eines Mangels an Frischwasser und Ackerland zu Stande gekommen ist. Lantau beheimatet auch den größten Buddha dieser Gegend, der erwartungsgemäß ‚Big Buddha’ genannt wird, und den man nun mittels einer atemberaubenden Gondelbahnfahrt besuchen kann, die in der Nähe des Flughafens beginnt und sich über 6km hinauf zum Po Lin Kloster windet. In einem für westliches Verständnis sonderbaren Widerspruch, von denen Hong Kong so einige zu bieten hat, rühmt sich Lantau sowohl Heimat von Disneyland als auch eines Trappisten Klosters zu sein; das letztere produzierte in der Vergangenheit Milch die als ‚Priester Milch’ bekannt war.

 

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