Lhasa History
   
 

Lhasa - The Spiritual and Political Capital Of Tibet

Potala PalaceDer alten Mythologie nach ist das Yarlung-Tal – und nicht Lhasa – das Heimatland des tibetischen Volkes. Der erste tibetische König stieg von einer himmlischen Treppe auf die Erde herab, nicht in Lhasa, sondern hier. Das Yarlung-Tal war also sowohl der herrschaftliche Wohnsitz der ersten tibetischen Könige als auch ihre Begräbnisstätte. Wenn das so ist, warum ist dann die Hauptstadt von Tibet in Lhasa statt im Yarlung-Tal?

Wie so oft in der tibetischen Kultur, liegt die Antwort im religiösem Leben der Tibeter. Denn der erste original buddhistische Tempel, der aus dem siebten Jahrhundert stammt, war der Jokhang Tempel in Lhasa, in dem auch heute noch im Herzen der Altstadt das Leben pulsiert. Diese Einrichtung, die zur gleichen Zeit wie der erste Potala-Palast erbaut wurde, zeugt von der ersten Niederlassung und Verbreitung des Buddhismus in einem blühenden tibetischen Reich, das sich von Westchina bis nach Nepal, Bhutan und Nordindien erstreckte. Obwohl ihr politisches Glück dahinschmolz und verschwand, gilt Lhasa - „der Platz der Götter“ – für immer als die Geburtsstätte des tibetischen Buddhismus. Durch dieses Geburtsrecht hat Lhasa in den folgenden Jahrhunderten trotz bitterer regionaler und religiöser Konflikte seine Berühmtheit beibehalten.

Im fünfzehnten Jahrhundert gründete die aufstrebende Mönchssekte der Gelugpa, die in Tibet den puritanischen Buddhismus wieder aufleben ließ, in der Nachbarschaft von Lhasa ihre drei Kloster-Festungen Ganden , Drepung & Sera. Die wissenschaftlichen Errungenschaften und der politische Durchblick dieser Sekte brachte Lhasa wieder mehr ins Rampenlicht. Zwei Jahrhunderte später, unter der Leitung des neuen überragenden Anführer Tibets, dem Großen Fünften Dalai Lama, wurde Lhasa zur religiösen und politischen Hauptstadt Tibets erkoren. 1645 wurde der Potala-Palast am roten Hügel neu erbaut und der Jokhang Tempel wurde großzügig erweitert. Wenngleich einige der Holzschnitzereien und Türschwellen des Jokhang Tempels aus dem siebten Jahrhundert stammen ist zu bemerken, dass es in Lhasa aus dieser Glanzzeit noch einige andere alte Gebäude gibt, unter ihnen den Potala-Palast, den Jokhang-Tempel und einige der Klöster und Besitztümer in den alten Stadtvierteln.

Der Potala-Palast, politischer und religiöser Sitz des Dalai Lama, symbolisiert auf klare Weise die symbiotische Verbindung von Lhasas religiöser und weltlicher Rolle. Dass diese beiden Funktionen von einander abhängen kann man auch an den Wegen in der Stadt und an den Pilgerrouten erkennen. Die innerste Pilgerroute oder Nangkhor geht die Innenseite des Jokhang-Tempels entlang. Die Barkhor, die am besten bekannt ist, geht von der Peripherie des Jokhang-Tempels an anderen Klöstern, Tempeln und Räucherstellen im alten Viertel vorbei. Und die letzte, die Lingkor, umrundet die ehemaligen äußeren Grenzen der Stadt.

Obwohl das Yarlung-Tal also die mythologischen und geschichtlichen Wurzeln der Tibeter birgt, hat die Vorherrschaft des Buddhismus in der tibetischen Kultur bewirkt, dass Lhasa den Platz als spirituelle und politische Hauptstadt Tibets eingenommen hat.

 


 

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