Lijiang Old TownDie malerische Altstadt von Lijiang mit ihren hölzernen Gebäuden, Kanälen und Brücken thront ca. 2400 Meter über Mensch und Zeit. Sie befindet sich im Nord-Westen der Provinz Yunnan. Ca. 160 km westlich liegt Myanmar (Burma), ein wenig weiter nordwestlich liegt Tibet, und die Provinz Sichuan befindet sich genau nördlich, hinter dem mächtigen Jade- Drachen- Schnee- Berg. Lijiang liegt daher an einem Treffpunkt verschiedner Welten, was sich auch in seiner Geschichte, seinen Sprachen und seinen Völkern widerspiegelt. Obwohl die verschiedenen Seidenstraßen, die von China aus durch Zentralasien und in Richtung Europa verliefen, zweifelsohne bekannter sind, lag und liegt Lijiang an einer anderen bekannten Handelsroute. Diese wird manchmal, was verwirrend ist, „Südliche Seidenstraße“ genannt. Wir bezeichnen sie hier mit ihrem eigentlichen Namen als „Alte Tee- und Pferde- Handelsroute“, auf der, was nicht weiter überrascht, hauptsächlich Tee und Pferde für den Handel transportiert wurden. Diese Waren bildeten für über 1000 Jahre das Rückgrat eines florierenden Handels und führten sowohl zur Entstehung Lijiangs vor ca. 800 Jahren, als auch zu seinem relativen Wohlstand in den folgenden Jahrhunderten. Lijiang wird von einer Reihe von Bergen im Norden eingebettet und von natürlichen Gewässern durchzogen und war daher von je her eine ideale Ansiedlungsstätte. Die Jade- Drachen- Schnee- Berge, die die Landschaft dominieren, haben immer schon eine bedeutende Rolle im Seelenleben Lijiangs gespielt.
Der höchste Gipfel ist etwa 5486 m hoch und wurde erstmals in den 60iger Jahren bestiegen. Geschichte, Mensch und Berg sind hier eng miteinander verbunden. Auf dem Hauptberg werden verschiedene Rituale zelebriert, und sein Geburtstag wird am 8. Tag des 2. Monats des Mondkalenderjahres gefeiert. Der Berg versorgt die Stadt auch mit Wasser, und der Verbrauch wurde genaustens überwacht. Da alle das Wasser, das durch das Dorf floss benutzten, wurden gewisse Regeln, den Verbrauch betreffend,  aufgestellt.
Bis zum Mittag wurde es als Trinkwasser verwendet, von 12:00h bis 13:00h konnten Nahrungsmittel im Wasser gewaschen werden, und ab14:00h Kleidung. Heutzutage waschen die Menschen sich darin ihre Hände und putzen sich die Zähne, was vor 20 Jahren undenkbar gewesen wäre.

Ein Charakterzug der Altstadt sind die Holzbauten. Naxi-Architektur wird als geglückte Symbiose von Han-Strukturen mit Bai-Zimmerhandwerk und tibetanischer Malerei angesehen. Wenn Mutter Natur und der Tourismus nicht wären, wäre bis heute wohl nicht mehr viel von der Altstadt übrig geblieben. Denn aufgrund der bemerkenswerten Entwicklung in den 80iger Jahren begannen die Naxi ihre Holzhäuser abzureißen und sie in Stein und Zement wiederaufzubauen. Der Wachstum der Tourismusindustrie in den 90iger Jahren, gepaart mit sanfter Nachhilfe der Natur in Form eines fürchterlichen Erdbebens, brachte die Naxi zurück zu ihren ursprünglichen Holzhäusern. Denn seltsamerweise blieben viele der Holzhäuser vom Erdbeben verschont, während ihm die Steinhäuser zum Opfer fielen. Und so rissen sie die Steinbauten kurzerhand ab und bauten ihre Häuser wieder aus Holz auf.

Während die Steinhäuser kamen und gingen, ist der Sprachenwirrwarr ein kulturelles Merkmal, der sich über die Jahre in den Straßen von Lijiang gehalten hat. Auf die Frage, wie viele Sprachen zu irgend einem Zeitpunkt in den Straßen von Lijiang zu hören waren, gibt es keine eindeutige Antwort. Wenn Sie ein gutes Sprachenverständnis haben, können Sie Bai, Yi, Tibetisch, Naxi, Mandarin und ein Kauderwelsch anderer Sprachen vernehmen. Dann ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass die Menschen der Stadt mindestens zehn verschiedenen ethnischen Minoritäten angehören.

Die eindeutige Mehrheit der Menschen, sowohl in der Stadt, als auch in den umliegenden Gebieten des Lijiang Basins, sind jedoch vom Stamme der Naxi, die irgendwann während der Tang Dynastie (618-907) in dieses Gebiet kamen. 

 
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