Lingyin Temple
   
 

Lingyin Temple and Chinese Temple Design

Der Lingyin Tempel oder Tempel der Anregenden Zurückgezogenheit, wurde 326  n.Chr. von dem indischen Mönch Hui Li gegründet. Sehr rasch wurde er für die Sekte der Chan (Zen) Buddhisten zu einem Zentrum der Anbetung und war einmal die Heimstätte von mehr als dreitausend Mönchen. Im Laufe seiner turbulenten Geschichte wurde der Tempel nicht weniger als sechzehn Mal zerstört und wiederaufgebaut. Das aktuelle Bauwerk geht auf die vergangene Qing-Dynastie (1644-1911) zurück.

Bevor Sie den Tempel erreichen, werden Sie an einer Reihe von in den Fels gemeißelten Figuren vorbeikommen, die sich „am Gipfel, der von weither geflogen ist“ (Feilei Feng) befinden. Dieser Name wurde ihm zu Ehren des indischen Mönches Hui Li verliehen, demzufolge dieser Berg sehr einem Berg in Indien glich. Zwischen dem zehnten und vierzehnten Jahrhundert wurde die Oberfläche dieses Felsengipfels mit über dreihundert Buddha-Statuen versehen. Eine der berühmtesten ist der des Lachenden Buddhas, der auch als Maitreya oder Buddha der Zukunft bekannt ist. Ihm ist ein Vers gewidmet, der wie folgt lautet:

„Sein Bauch ist groß genug, um alle unerträglichen Dinge der Welt aufzunehmen. Sein Mund ist immer bereit, über alle eingebildeten Menschen unter dem Himmel zu lachen.“

Man glaubt, dass der Buddha Ihre Zukunft voraussagen kann und Ihre Wünsche erfüllen wird, wenn Sie seinen Bauch reiben.
Wie viele chinesische Tempel, wurde der Lingyin Tempel gemäß eines Grundmusters errichtet. Er befindet sich auf einer Nord-Süd-Achse, mit dem Haupteingang nach Süden, und wird von einem dicken Schutzwall umgeben.

Dahinter befindet sich eine kleine Geisterwand – diese verhindert, dass die bösen Geister direkt eintreten können, denn es heisst, dass sie sich nur in gerader Linie fortbewegen. Wenn Sie diese Mauer umrunden, werden Sie in einen Hof kommen, auf dessen Stirnseite mehrere außergewöhnlich große Bronzekessel stehen. Diese werden nach wie vor dazu benutzt, um entweder Räucherstäbchen oder Papieropfergaben für die Götter zu verbrennen.

Nach dieser Hürde steht man vor dem ersten Tempelpavillon, der sich üblicherweise durch einige Stufen über den Innenhof erhebt. Vor der Buddha-Hauptfigur steht ein Altar, auf dem sich Gegenstände wie Kerzenhalter, Rauchwerkbrenner und eine Opferschale mit Obst sowie Geld und sogar Zuckerwaren befinden. Im Lingyin Tempel ist die Hauptstatue, die 5,5 m hoch ist, diejenige des Buddha Sakyamuni oder historischen Buddhas, der in der Tang-Dynastie (607-960) gefertigt wurde. Er wurde aus vierundzwanzig Stücken des Kampferbaumes geschnitzt und gilt als einer der größten Holzbuddhas der Welt.

Gewöhnlich sieht man bei dieser Darstellung eine Glaskugel auf der Stirn des Buddhas, die das Auge der Weisheit symbolisiert, und lange Ohrläppchen, welche auf ein langes Leben hinweisen. Die Geste, die Mittelfinger und Daumen vereint bedeutet Kraft und Weisheit, ein Lotuspodest steht für Reinheit (da die Blume fleckenlos aus dem Schlamm auftaucht), und der Heiligenschein hinter seinem Kopf signalisiert Helligkeit. Auf diesem Heiligenschein sind die „sieben Urbuddhas“ geschnitzt, welche die sieben Juwelen verkörpern (Gold, Silber, Lack, Glas, Koralle, Achat und Perlmutt) wie auch die sieben menschlichen Emotionen (Freude, Wut, Melancholie, Angst, Liebe, Hass und Begierde).

Um in den nächsten Innenhof zu gelangen, sollten Sie zur Hinterseite des Pavillons gehen, wo ein Ausgangstor auf Sie wartet, das von einer anderen Gottheit bewacht wird. Die Anzahl der aufeinanderfolgenden Innenhöfe ist verschieden und hängt von der Größe der Tempelanlage ab. Die wichtigesten Gebäude befinden sich immer ganz hinten im Tempelkomplex, um den größtmöglichsten Schutz vor bösen Geistern zu gewähren.


 

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