König Songtsen Gampo (608-650) gab den Anstoss und Auftrag zum Bau eines Palastes auf dem Roten Berg Lhasas. Dieser Herrschaftssitz war kleiner als der 13 km² große Nachfolgepalast, der Potala („Reines Land“ oder „Hohes Himmlisches Reich“) genannt wurde, zu Ehren des Berges Potalaka in Indien, der als Wohnsitz des Heiligen Schutzherrn von Tibet, dem Bodhisattva Avalokiteshvara gilt, dessen Inkarnation der Dalai Lama ist.

Der Fünfte Dalai Lama (1645-1693) fühlte sich im Kloster Drepung zu sehr abgegrenzt und gab 1645 die Anweisung, ein neues Gebäude zu konstruieren, das mit seiner Rolle als religiösem und politischem Oberhaupt in Einklang sein sollte. Der Bau des Potala drückte die Macht und das Selbstbewusstsein der neuen Theokratie aus. Nach der Inthronisierung des Siebten Dalai Lamas, der auf der Norbulingka einen Sommerpalast einrichtete, wurde der Potala hauptsächlich als Winterpalast genutzt. Trotzdem war er immer der symbolträchtige Mittelpunkt der Regierung des Dalai Lama. Auf Grund der Sicherheit, die er durch seine Ansiedlung in großer Höhe genießt, wurde er bis zur Mitte des achtzehnten Jahrhunderts auch als Militärfestung benutzt.
Der Palast hat mehr als 1000 Räume und ist in zwei Hauptabschnitte unterteilt. Die erste Sektion, als oberer „Roter Palast“ bekannt, war dem religiösen Leben vorbehalten. Dort befanden sich die Gemächer des Dalai Lama, die vergoldeten Grabstätten der acht vorherigen Dalai Lamas, eine Bibliothek mit religiösen Schriften, zahlreiche Tempel, Kapellen und Schreine mit tausenden buddhistischen Skulpturen. Die zweite Hauptsektion, die als „Weisser Palast“ bekannt ist, war den politischen und weltlichen Geschäften vorbehalten und beherbergte die Gemächer der tibetischen Regierung, Seminarräume zur Schulung der künftigen Regierungsbeamten und eine Druckerei. In einem kleineren Gebäudekomplex, der „Gelbes Gebäude” genannt wird, waren Riesenthankas untergebracht, die man am letzten Tag des zweiten Mondmonats aufhing.

Direkt unterhalb dieser Zeremoniestätten lagen die Unterkünfte der Mönche und Diener, sowie zwei Schatzkammern, eine für den Dalai Lama und die andere für die niedrigeren Lamas und Regierungsbeamten. Noch weiter unten waren die Getreidespeicher und die Lagerhallen platziert, die mit Geschenken der Pilger gefüllt waren, und ebenso die immer und überall präsente Yakbutter, die zum Beleuchten der unzähligen Votivlampen des Potala benötigt wurde. Im untersten Teil des Potalas gab es Verliese, in denen die Gefangenen streng überwacht wurden.

Die 100 Meter hohen und 3-5 Meter breiten Steinmauern sind vom Osten zum Westen 400 Meter lang, 350 Meter vom Norden zum Süden, und sie sind innen abgeschrägt. In die Grundmauern des Palastes wurde Kupfer gegossen und es wird gesagt, dass soviel Erdmasse verwendet wurde, dass aus der Grube, die sich ergab, ein See enstand. Wenn Sie den Potala betrachten, dieses massive, wunderschöne jedoch auch unnahbare Felsengebäude wird es klar, dass dessen Errichtung ein gigantisches Unternehmen war, dass der Welt eines der einzigartigsten architektonischen Schätze beschert hat.

 

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