Ganden Sumtseling MonasteryEs ist das größte tibetanische Buddhisten-Kloster in Süd-West China. Diesem Kloster, das im 17. Jahrhundert etabliert wurde, fühlen sich heutzutage um die 700 Mönche verbunden. Dies ist lediglich ein Viertel der Mönche, die dem Kloster in seiner Glanzzeit angehört haben, als es als Zentrum für Schriftenkunde und spirituelles Lernen, und wie viele andere Kloster auch, als Zentrum der Medizin, Literatur und anderer Lehrfächer diente. Im Gegensatz zu vielen anderen Klostern Tibets, die ihre ehemalige Lebendigkeit  nicht wiedererlangen konnten, vibriert die Atmosphäre des Klosters Ganden förmlich. Der Umstand, dass es näher an China und weiter entfernt von Lhasa liegt, brachte mit sich, dass politische Spannungen geringer waren und dass das Kloster sich traditionelleren Gebieten widmen konnte.

Das Kloster ist darüber hinaus auf traditionelle Weise mit der Gemeinde verbunden, und erhält Unterstützung zu seiner Erhaltung, sei es finanzieller Art oder in Naturalien, was beides als ‚Schaffung von Verdiensten’ angesehen werden kann. In der buddhistischen Denkweise können gewöhnliche Sterbliche wie wir unseren Überfluss an Glück und Vermögen nutzen, um damit eine solche Art von ‚Verdienst’ zu schaffen. Indem wir ‚Verdienste’ schaffen, können wir erreichen, dass unser zukünftiges Leben so gut wie oder besser wird als das jetzige, und gleichzeitig können wir damit auch die Gegenwart positiv beeinflussen. Da das Kloster in Häuser aufgeteilt ist und jedes Haus von einer Gruppe von Dörfern unterstützt wird, gleicht diese Institution wahrhaft einem Mikrokosmos der Gemeinde, und daher ist der Zusammenhalt zwischen den umliegenden Gemeinden und dem Kloster auch sehr stark.

Wenn Sie in Lhasa waren und den Potala Palast gesehen haben, werden Sie vielleicht daraus schließen, dass alle tibetanischen Klöster gleich aussehen – und sie lägen damit nicht völlig falsch. Das Sumtseling wurde in der Tat dem Potala nachempfunden und scherzhaft auch ‚Kleiner Potala’ genannt. Da es näher am eigentlichen China liegt als viele andere tibetanische Kloster, ist die Geschichte des Sumtseling mehr mit den Chinesen verflochten als die vieler seiner Geschwister. Der Qing Dynastie Kaiser Kangxi (1662-1722) hat nicht nur gerne seinen Segen zur Gründung des Klosters gegeben, sondern es auch gerne wiederum bei der Suche nach dem 7. Dalai Lama unterstützt. Eine bedauernswerte Anmerkung betrifft die modernere Geschichte. Als der kommunistische General He Long auf dem Langen Marsch in den 30iger Jahren einen Teil der Roten Armee durch dieses Gebiet führte, spendeten die Mönche nötigen Proviant und unterstützten die Truppen tatkräftig. Im Gegensatz dazu bombardierten chinesische Truppen das Kloster 1959, als sie in Tibet eindrangen. In den letzten Jahren konnte eine Verbesserung der Beziehungen festgestellt werden.

 
   
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