Huizhou Architecture
   
 

the Innovations of Huizhou Architecture

Brick and stoneware over a doorway in HuizhouDem Reichtum, den die Huizhou Händler zwischen Mitte der südlichen Song-Dynastie (1127-1279) und der Regierungszeit des Kaisers Qianlong (R. 1726-1796) aus der Qing-Dynastie angehäuft hatten, ist es zu verdanken, dass sich in Huizhou ein einflussreicher, regionaler architektonischer Stil entfalten konnte. Viele Merkmale dieser einheimischen Formgebung wurden in die städtebauliche Entwicklung des Südens übernommen, insbesondere von den Kanalstädten des Yangtzeflussdeltas. Wenn Sie in den Huizhou Dörfern herumspazieren, werden Sie folgende Einzelheiten bemerken:



Einzelne Hausmerkmale

Viele Besucher sind mit der typischen Anordnung von Innenhofhäusern schon vertraut wenn sie die Huizhou-Dörfer besuchen. Wir wollen daher näher darauf eingehen, wie die Häusern in Huizhou von diesen gewohnten Mustern abweichen.

Wenn der Besucher durch den Türrahmen, der eher aus Stein als aus Holz ist, schreitet, wird er sich in einem kleinen Innenhof befinden, der auf drei Seiten („dreiteiliger Verbund mit Hof“) abgegrenzt ist. Der Innenhof ist auf diese Weise angelegt um angemessene Entlüftungs- und Lichtverhältnisse zu gewährleisten und Regen und Luftzug trotzdem weitgehend abzuhalten. Die abgeschrägten Dächer über dem Innenhof sind so konzipiert, dass so viel Regenwasser wie möglich gesammelt werden kann. Dies geschieht, weil die geomantisch denkenden Händler aus Huizhou davon abgeneigt waren, die Kontrolle über jegliche Art von Energie zu verlieren, und ihr Interesse galt mehr der Anhäufung von Besitztümern als deren Beschädigung und Verlust. Das Auffangen von Regen symbolisiert die Vermehrung von Reichtum.

Auf jeder Seite des kleinen Innenhofes, in dem sich manchmal ein Garten befindet, gibt es zwei Schlafzimmer. Geradeaus steht eine zentrale Gemeinschaftshalle, dahinter sind Speise- und Küchenbereich. Im Gegensatz zu anderen Innenhofhäusern sind die Huizhou-Häuser oft zwei- und manchmal sogar dreistöckig. Die oberen Stockwerke, die vor Blicken abgeschirmt sind, haben Veranden mit Bänken. Da die Frauen aus Huizhou davon abgehalten wurden Männer außerhalb der Familie zu treffen, wurden für sie diese Bänke hier platziert. So konnten sie die Vorgänge im unten liegenden Hauptinnenhof beobachten.

Das von uns beschriebene Wohnhaus hat nur einen Innenhof. Viele der Häuser die Sie sehen werden haben zwei oder drei Innenhöfe. Die Anzahl der Innenhöfe hing vom Status des Eigentümers ab. Ein Wohnhaus mit mehr Innenhöfen zu bauen, als es dem Rang entsprach, galt als strafbares Delikt. Der beste Weg für einen Händler sein Ansehen zu erhöhen und auszudrücken war der Besitz von edlem Hausinventar. Aus diesem Grund protzen die Heime Huizhous mit den besten Steinen, Hölzern und kunstfertigsten Backsteinornaten ganz Chinas. Aufwändige Gitterwerke zieren die Fenster, Balken, Säulen und Pfetten (ein parallel zum First verlaufender Holzbalken, auf dem die Dachstuhlsparren aufliegen) sind vergoldet oder bemalt. Halterungen, Dachrinnen, Balustraden und Schreine sind mit exquisiten Schnitzereien geschmückt.

Merkmale der Dorfplanung

Ein besonderes Merkmal der Huizhou-Dörfer sind die hohen, mit Zinnen versehenen Mauern, die sie von den Nachbargebäuden abgrenzen. Sie werden feuerfeste Mauern genannt und manchmal Feuer-Wind-Mauern oder Pferdekopfmauern. Ihr wichtiger Zweck war es zu verhindern, dass Feuer in der Stadt von einem Haus zum nächsten übersprang. Daneben sollten sie Luftzug in den Innenhöfen abwenden und Einbrecher entmutigen.

In einem Huizhou-Dorf befinden sich viele Straßen entweder entlang eines Kanales oder eines Baches. Die mit Steinplatten gepflasterten Straßen haben ein leichtes Gefälle um das Wasser in die benachbarten Kanäle zu leiten. Außerdem ist die Oberfläche der Steinplatten oftmals körnig. Auf diese Weise sind sie trotz ihrer Ableitungsfunktion nicht rutschig. Entlang der Straße gibt es oft Stufen, die an den Wasserrand führen und einen leichten Zugang zum Wasser ermöglichen, das für Wäsche waschen, kochen und baden gebraucht wird.

Gedenkbögen

Selbst wenn Sie es nicht zum Gedenkbögenkomplex von Tang Yue schaffen, ist es wahrscheinlich, dass Sie auf Ihrem Weg durch den Landkreis Shexian Gedenkbögen sehen, denn dort gibt es noch 94 Bögen, das heisst, die Hälfte von denen, die von der Chronik erfasst wurden.

Diese Bögen sollten an die drei verschiedenen Kategorien von Würdigung erinnern: an die der Gelehrten, die der Kaiser, die der Moral. Die Ehrenbögen der Gelehrten sind für Familienmitglieder bestimmt, welche die provinzialen oder nationalen kaiserlichen Prüfungen bestanden haben. Kaiserliche Ehren gelten für Gedenkbögen, die auf Grund eines kaiserlichen Dekretes errichtet wurden, das als Wertschätzung für die Beiträge eines verdienstvollen örtlichen Beamten erlassen wurde. Die ethische Ehre beschreibt Bögen, welche eine ungewöhnliche persönliche Integrität eines Individuums oder einer Gruppe huldigen sollen. Die traditionellen Themen waren Rechtschaffenheit, Wohltätigkeit, Keuschheit und Respekt gegenüber den Eltern. Der Bogen des Langen Lebens feiert zum Beispiel ein liebendes Paar, das in der Ming-Dynastie (1368 - 1644) hundert Jahre lang lebte.

Gewöhnlich wurden die Memorialbögen aus Stein gefertigt. Stirnseitig findet man Kalligrafien, die den Zweck des Gedenkbogens beschreiben. Oft stehen sie auf zwei Pfählen, manche haben vier und andere, insbesondere wenn sie eckig sind, haben acht Stützpfeiler. Obwohl die meisten der Bögen doppelstufig sind, gibt es sogar auch fünfstufige.

Die Tang Yue Bögen bestehen aus sieben Bögen, welche die erfolgreiche politische Karriere, Respekt gegenüber den Eltern, Keuschheit und Wohltätigkeit der Bao-Familie zelebrieren. Drei dieser Bögen wurden während der Ming-Dynastie (1368-1644) errichtet und vier weitere während der Qing-Dynastie (1644-1911).


 

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