That Sinking Feeling
   
 

von Leslie Chang
Berichterstatter des THE WALL STREET JOURNAL

AN BORD DER MV EMPEROR AUF DEM YANGTZE FLUSS - Kurz nachdem unser Kreuzfahrtschiff von der Stadt Fengdu in der Provinz Sichuan flussabwärts abgelegt hatte, begann die hart arbeitetende Besatzung damit, uns zu unterhalten. Vier Frauen in Haremshosen und nabelfreien Oberteilen führten einen Laternentanz vor. Der leitende Reisemanager brachte einige Zuschauer dazu, sich an einem Kartoffelrennen zu beteiligen. Drei junge Damen tanzten in Hularöcken, eine davon zwinkerte dabei dem Publikum zu, während die anderen beiden einen eher mürrischen Eindruck machten.

Als ich mich erhob, um zu gehen, schaute ich auf die Uhr: erst 58 Stunden sind verstrichen.

Für unzählige Reisende ist keine Chinatour ohne die viel gerühmte Kreuzfahrt durch das Gebiet der Drei Schluchten komplett. Dieser etwa 200 Kilometer lange Abschnitt des Yangtze wurde von chinesischen Dichtern seit Jahrhunderten verherrlicht und im letzten Jahrzehnt sind die Kreuzfahrten in den heimtückischen Wasserschnellen entlang der steilen Kalksteinfelsen genauso wie die Terrakotta-Krieger in Xi'an und die Verbotene Stadt in Peking praktisch automatisch Teil der Reiseroute geworden. In den letzten Jahren hat dieses Gebiet jährlich etwa 60.000 amerikanische Besucher verzeichnen können.

Aber heutzutage, wo man die entlegensten Ecken Chinas frei besuchen kann und sich Städte wie Schanghai eine kosmopolitische Reputation aufbauen, kann einem diese Fahrt wie eine Reise in die Vergangenheit vorkommen. Besucher aus dem Westen, die an Luxuskreuzfahrten gewöhnt sind, sollten sich auf enge Räume und merkwürdige Ausflüge einstellen, sowie darauf, dass für Frühstuck und Mittagessen Nudeln und andere Speisen aus dampfenden Wannen in Selbstbedienung zu holen sind. Die Kreuzfahrtschiffe vermitteln das kitschige Gefühl anderer beliebter Touristenattraktionen, von den Gondeln in Venedig bis zu den Bootsfahrten auf der Seine. Und die Schiffe fahren nun durch eine veränderte Landschaft. Der größte hydroelektrische Staudamm der Welt wird hier gebaut, und als er im Vorjahr teilweise in Betrieb genommen wurde, ist das Wasserniveau des Yangtze gehoben worden und hat Städte und Dörfer überflutet, den einst so reissenden Fluss besänftigt, und die Landschaft eines Großteils seines Reizes beraubt.

Die Konkurrenz nimmt zu

Auf der Route dieses Schiffs hat die Konkurrenz der Reedereien, manche in staatlichem und andere in privatem Besitz, den Standard erhöht. Der alteingesessene Reiseveranstalter Abercrombie & Kent bietet nun drei verschiedene Gruppenreisen nach China mit Aufenthalt im Four Seasons Hotel in Schanghai, Besichtigungen eines abseits der Routine-Touren gelegenen Teils der Großen Mauer und Eintritt zu einem normalerweise für die Öffentlichkeit unzugänglichen Pavillon in der Verbotenen Stadt in Peking an. (Er hat auch einen eigenen, personalisierteren Yangtzetrip im Programm, 19 Tage für $6,685). Imperial Tours von Carson City, Nev. arrangiert Reisen für Kunstsammler und Familien und verspricht Begleitung durch westliche Tour-Manager, während die Agentur Wild China aus Peking besondere Reiseziele anpreist, wie zum Beispiel Panda-Schauen im Naturschutzgebiet von Sezchuan.

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20. Februar, 2004 Copyright 2004 Dow Jones & Company, Inc. All Rights Reserved

 

 

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