Taoismus
   
 

Der Geist von Zhuang Tse

Dieser Vortrag über den chinesischen Philosophen des Altertums wurde von Professor Wang Bo, Professor der Philosophie an der Beijing University gehalten, und war Teil einer von Imperial Tours gesponserten Studie über chinesische Philosophie und chinesisches Gedankengut.

 

Der Geist von Zhuang Tse

von Professor Wang Bo

 

Guten Abend, meine Damen und Herren. Mein Name ist Professor Wang Bo und ich arbeite seit 24 Jahren, genauer gesagt seit 1982, an der Pekinger Universität (PKU). Ich wurde in Philosophie, speziell chinesischer Philosophie, promoviert.

Zhuang Tse ist mein Lieblingsphilosoph. Normalerweise sollten Philosophen Dinge nicht lieben und eigentlich niemandes Anhänger sein. Doch Zhuang Tse ist etwas Besonderes, sehr cool, würde man heute sagen. So bin ich also ein Fan von Zhuang Tse und niemand anderem.

Heute Abend werden wir über Zhuang Tse sprechen. Zhuang Tse mochte Theorien nicht, er liebte es, sich zu entspannen. Ich hoffe, dass es uns allen ebenfalls gelingen wird, entspannt zu sein. Lassen Sie uns also beginnen.

Zhuang Tse war eine Person, irgendwie habe ich jedoch immer die Vermutung, dass er kein menschliches Wesen war. Wenn man auf chinesisch sagt, dass jemand kein menschliches Wesen ist, dann beleidigt man diese Person. Doch hören Sie sich folgende Geschichte über den berühmten Dichter Su Dongpo aus der Song Dynastie an. Als er einmal ein Mädchen lobpreisen wollte, fing er damit an, sie zu beschimpfen. Er sagte, dass das Mädchen kein menschliches Wesen sei. Doch er fügte hinzu: “sondern eher eine Fee, die zu der Welt der Sterblichen herabgestiegen ist.” Auf diese Weise schuf er starke Kontraste. Und ich ahme ihn nach und behaupte, das Zhuang Tse vom Himmel kommt. Ich unterstelle dies, weil er so außergewöhnlich ist. Viele, ihn selbst eingeschlossen, hielten ihn für verrückt. Das hatte natürlich nichts mit einer geistigen Verwirrung zu tun, sondern mit seinem Verständnis der Welt und des Lebens.

Zhuang Tse lebte vor etwa zweitausenddreihundert Jahren. Das ist uns sehr fern, und insbesondere Ihnen. Für uns Chinesen ist es lange her, doch für Sie gibt es noch viele andere Arten der Entfernung. Ich glaube jedoch, dass die Menschen viele Dinge teilen können. Und so glaube ich, dass nicht nur ich, sondern auch Sie Zhuang Tse verstehen können.

Während seines Lebens tat Zhuang Tse viele seltsame Dinge. Ich nenne Ihnen zwei Beispiele. Das erste: er lehnte Beamtenposten ab. Wir wissen auch, dass Zhuang Tse ein großer Gelehrter war. Mein Name ist Wang Bo. Bo bedeutet Fülle. Aber im Vergleich zu Zhuang Tse bin ich wie ein Reiskorn, das einem Reisspeicher gegenübersteht. Sie können sich das Ausmaß seines Wissens also vorstellen. Weil er so kenntnisreich war, wollten viele Menschen ihn als Beamten in ihrer Regierung haben, insbesondere im Königreich Chu. Zhuang Tse wurde dort das Amt des Premierministers angeboten, so wie das in China heute Herr Wen Jianbao innehat.

Im Allgemeinen sind die chinesischen Intellektuellen davon überzeugt, dass “jener, der im Studium hervorragend ist, eine Beamtenlaufbahn einschlagen kann.” So viele Menschen möchten eine Stellung beim Staat. Doch als Zhuang Tse vom König von Chu eingeladen wurde, lehnte er ab. Er erzählte den Abgesandten die Geschichte zweier Tiere, von einem Schwein und einem Ochsen.

Der Ochse wurde im alten China oft als Opfertier verwendet. Bevor er geopfert wurde, behandelte man ihn besonders gut. Er wurde in einen schönen Stall gestellt, bekam gutes Futter, wurde warm gebadet und man spielte ihm sogar wunderbare Musik vor. Trotzdem war es sein Schicksal, geschlachtet zu werden. Im Gegensatz dazu lebte das Schwein in einer schmutzigen und ärmlichen Umgebung, hatte dafür aber ein längeres Leben.

Für Zhuang Tse bedeutete ein Regierungstitel das gleiche, wie zu einem Ochsen zu werden, der geopfert wird. Dessen Schicksal ist von jenem des Schweines sehr verschieden: dieses lebt vielleicht in einer schlechten Umgebung, hat dafür aber ein ungezwungenes Leben. Zhuang Tse fragte den Abgesandten, ob es im lieber wäre ein Ochse zu sein, der geopfert wird, oder ob er eher ein Schwein sein wollte. Für ihn selbst war die Antwort eindeutig. Er zog es vor, ein Schwein zu sein.
Aus der Geschichte vom Bullen und vom Schwein können wir Zhuang Tse's Einstellung zur Macht erkennen. Er hält Macht für das schmutzigste, hässlichste und grausamste Ding der Welt. Auf chinesisch können wir jemanden als “Renwu”, wörtlich übersetzt ein menschliches Objekt, bezeichnen.  Ich bin der Ansicht - und ich glaube, dass Zhuang Tse mit mir einig wäre - dass dies bedeutet: ein Mensch ist zu einem Objekt geworden. Anders ausgedrückt: Macht ist so verderblich, dass sie eine Person in einen Gegenstand verwandeln kann.
Das zweite Beispiel von  Zhuang Tse's Absonderlichkeit hängt mit dem Tod seiner Frau zusammen. In China – und ich glaube, das gilt auf der ganzen Welt – soll man in so einem Fall Trauer zeigen.

Professor Wu liest den folgenden Auszug aus Zhuang Tse's Schriften:

"Als Zhuang Tse's Frau starb, besuchte ihn Hui Shi um ihn zu trösten. Er fand den Witwer am Boden sitzend vor, seine Gliedmaßen im rechten Winkel ausgestreckt, singend und den Takt dazu auf einer Schale schlagend. 'Mit seiner Frau zu leben' rief Hui Shi aus, 'und seinen ältesten Sohn zu einem Mann heranwachsen zu sehen', und dann keine Träne über ihren Tod zu vergießen wäre schon schlimm genug. Aber auf einer Schale zu trommeln und zu singen, das geht wirklich zu weit.'
'Keineswegs', antwortete Zhuang Tse. 'Als sie starb, konnte ich mich nicht gegen die Betroffenheit wehren. Bald erinnerte ich mich jedoch daran, dass sie vor der Geburt schon in einem anderen Zustand existierte, ohne Form oder Substanz, dass in dieser zustandslosen Verfassung dem Geist Substanz hinzugefügt wurde, diese Substanz dann Form annahm, und das nächste Stadium die Geburt war. Und nun, durch die Wirkung einer anderen Wandlung ist sie tot, und geht von einer Stufe zur anderen, so wie sich Frühling, Sommer, Herbst und Winter folgen. Und während sie auf diese Weise in der Ewigkeit schlummert, würde es bedeuten, dass ich diese natürlichen Gesetzmäßigkeiten nicht kenne, wenn ich weinen und klagen würde. Deswegen sehe ich davon ab.'”

Sie sehen also, dass Zhuang Tse eine sehr ungewöhnliche Person war. Und es ist genau diese Verschrobenheit, die Zhuang Tse so faszinierend macht. Freunde und Gegner lieben ihn. Meistens lieben sie seine Weisheit. Ich habe immer das Gefühl gehabt, dass Zhuang Tse die intelligenteste Person der chinesischen Geschichte ist. In seinem Buch kann man viele Kapitel finden, die auf seine Weisheit hinweisen.

Haben Sie schon das Gleichnis gehört, in dem er mit seinem Freund über die Glückseligkeit des Fisches debattiert? Dieses Gleichnis ist sehr bekannt. Eines Tages spazierten Zhuang Tse und sein Freund Hui Shi, ein Logiker, einen Fluss entlang. Sie hielten bei einer steinernen Brücke an und sahen im Fluss Fische schwimmen. Zhuang Tse sagte: “schau, wie glücklich die Fische sind”. Sein bester und vielleicht einziger Freund, der Logiker, antwortete “du bist kein Fisch, woher willst du also wissen, ob die Fische glücklich sind oder nicht?” Aber Zhuang Tse erwiderte “du bist nicht ich, wie kannst du also wissen, dass ich nicht weiss, dass die Fische glücklich sind?” Ich denke, dass man aus dieser Parabel die archaische Weisheit Zhuang Tse's klar erkennen kann. Vielleicht gewinnen wir einen flüchtigen Eindruck davon, dass diese Logik von der Aristoteles' abweicht.

Ein anderer von Zhuang Tse's Gedanken ist mir ebenso lieb, jener, der von der Natur der Auseinandersetzung handelt. Das ist so: stellen Sie sich vor, ich würde mit der  Dame, die in der ersten Reihe dieses Vortragssaales sitzt, eine Debatte führen. Wenn ich gewinne und sie verliert, habe ich dann wirklich gewonnen? Und umgekehrt, wenn sie gewinnt und ich verliere, hat sie dann wirklich gewonnen? Zhuang Tse würde sagen: “Vielleicht können wir einen Schiedsrichter finden, aber wenn der meine Meinung teilt, ist er als Schiedsrichter nicht geeignet. Teilt er jedoch die Meinung dieser Dame, ist er ebenfalls ungeeignet. Und wenn er Ansichten hat, die von den unsrigen abweichen, dann ist er als Schiedsrichter noch unqualifizierter.”

Diese Geschichte wirft die Frage auf, ob es in der Welt einen Schiedsrichter gibt. Im Sport können wir oft beobachten, dass die Schiedsrichter Fehler machen. Das Gleiche gilt für Richter der Justiz. Deswegen habe ich immer den Eindruck gehabt, dass es auf dieser Welt keine Gerechtigkeit gibt. Es gibt nur die Anständigkeit einer Person.

Das ist der erste Eindruck, den ich Ihnen von Zhuang Tse geben möchte, um sie darauf aufmerksam zu machen, dass Zhuang Tse sehr anders als andere Menschen ist. Eine derartige Person denkt natürlich auch ganz anders.

Im zweiten Teil unseres heutigen Vortrags möchte ich erklären, was Zhuang Tse unter 'Liebe'  versteht. Ich glaube, dass das eine Frage ist an der wir alle, sogar die Philosophen, Interesse haben. Zuerst wollen wir über das konfuzianische Konzept von 'Liebe' diskutieren. Sobald von Konfuzianismus die Rede ist, denken wir an Konfuzius und Menzius. Diese Lehren der Konfuzianisten sind voll von Mitgefühl. Man soll seine Eltern, Geschwister, Freunde, Nachbarn, Landsleute und die ganze Welt lieben. Das Ausmaß dieser Liebe ist natürlich verschieden. Man soll seine eigene Frau mehr als andere Frauen lieben. Im Konfuzianismus finden sie eine Menge Aussagen über die genaue Vorgehensweise. Die wichtigste ist “Dui ji ji ren” - “tue, wie dir getan würde”.

Das konfuzianische 'dui ji ji ren' versucht, das eigene Bestreben auf andere zu projizieren. Dahinter liegt die Überzeugung, dass man sich selbst und andere für ähnlich hält und dass der gesamten menschlichen Rasse die gleiche Natur innewohnt. Deshalb können wir einander verstehen. Davon leiten die Konfuzianisten viele dem chinesischen Volk sehr vertraute Konzepte ab, wie zum Beispiel “was du nicht willst, das man dir tu, das füg' auch keinem anderen zu” oder “etabliere die anderen so ein, wie du selbst etabliert werden möchtest” und “wenn du dich von den anderen abheben möchtest, dann fördere sie”. Anders gesagt, wenn ich Milliardär werden will, helfe ich Ihnen dabei Milliardär zu werden. Wenn ich ein hoher Beamter werden möchte, helfe ich Ihnen dabei, einer zu werden. Dieses “anderen zu geben, was man selbst  haben möchte” ist ein Gedankengut der Konfuzianisten.

Zhuang Tse bezweifelte dies. Er würde verwundert fragen “werde ich lieben, was Sie lieben?” “Werde ich nicht mögen, was Sie nicht mögen?” Kann es zum Beispiel zwischen Präsident Bush aus den USA und Präsident Saddam aus dem Irak eine wahrhaftige Beziehung geben? Eine einfache Ableitung von sich auf andere kann also nicht erfolgen. In anderen Worten, diese Art von Liebe kann Unglück bewirken, selbst wenn sie von guten Absichten ausgeht.

Lassen Sie uns aus dem Werk Zhuang Tse's ein anderes Gleichnis nehmen. Im Königreich der Lu erschien plötzlich ein Vogel. Der König freute sich sehr und tat alles was er konnte, um den Vogel zu empfangen. Wie zur Begrüßung eines Staatsoberhauptes wurden 21 Kanonensalven abgefeuert, ein Staatsbankett ausgerichtet, das Staatsorchester spielte und der Vogel wurde in alle Aktivitäten und Moden, die dem König gefielen, einbezogen. Drei Tage später war der Vogel vor Furcht gestorben.

Warum? Laut Zhuang Tse kann man einen Vogel auf zwei Arten lieben: einmal so wie man es selber möchte und einmal so, wie es der Vogel gerne hätte. Für Zhuang Tse bedeutet die konfuzianische Art der Liebe, zu geben was man selber gerne hätte. Der König liebte den Vogel, aber die Liebe des Königs tötete den Vogel.

Dies lässt uns über die romantische Liebe nachdenken. Wie sollen sich zwei Menschen, die sich leidenschaftlich lieben, dem Anderen gegenüber verhalten? Ich habe zu viele Fälle gesehen, wo einer hart daran arbeitet, den anderen seinen eigenen Bedürfnissen entsprechend zu verändern. Sie geben ehrenhafte Gründe dafür an, wie zum Beispiel “das mach ich nur, weil ich dich liebe” oder “ich sorge mich um dich und das ist nur zu deinem Besten”. Das kann auf zwei verschiedene Arten ausgehen. Eine davon ist, dass die Beziehung an diesem Versuch zerbricht. Die andere ist, dass die  Persönlichkeit, in die Du Dich verliebt hast, vollkommen verschwindet und sich in eine andere verwandelt hat.

Wenn die Konfuzianisten über Liebe reden und “dass man anderen das geben sollte, was man selbst haben möchte” drücken sie dies mit der treffenden Redewendung 'jiahua” - erziehen und Veränderung bewirken – aus. Es klingt nett und es ist eine sehr sanfte und behutsame Methode. Dennoch ist es meinen Augen eine fürchterliche Vorgehensweise. Wenn jemand ein Messer auf Sie richtet, können Sie die böse Absicht spüren. Aber wenn Sie jemand durch süße Worte dazu bringen möchte, sich zu verändern, sind Sie tot, bevor Sie bemerkt haben welche Gefahr dahinter steckt.

Kampfkunstgeschichten sind in China sehr populär. Eine weibliche Mörderin aus einer dieser Novellen wird 'Wenrou' – Sanftmut – genannt. Bevor sie ihnen den Todesstoß versetzt, behandelt Sie ihre Gegner immer sehr sanft und herzlich und bewirkt damit, dass deren Wachsamkeit geschwächt wird. Ich nenne das manchmal Töten mit raffinierten Mitteln, was Furcht erregender ist als der Tod auf dem Schlachtfeld.
In China gibt es ein sehr weit verbreitetes Lied, das “Qiaci nide wenrou” - wie deine Sanftmut – heißt. Im chinesischen hat 'qiaci' jedoch zwei Bedeutungen –  'genauso wie' und 'zu Tode würgen' werden genau gleich ausgesprochen.

Da Zhuang Tse in den Theorien der Konfuzianisten Probleme erkennen konnte, schlug er einen anderen Weg ein. Der Grundgedanke dieser Art von Liebe ist, dass jede Person ein einzigartiges und unabhängiges Wesen ist. Anders gesagt, jede Person ist einmalig. Keiner ist qualifiziert, der Lehrer eines anderen zu sein, und keiner sollte der Anhänger eines anderen sein. Das Beste für jede Person ist es, den eigenen Weg zu gehen.

Ein berühmter Spruch Zhuang Tse's lautet: “Wenn der Frühling Trockenheit bringt, sind die Fische  im Trockenen. Sie springen und schütteln sich um einander feucht zu halten, aber es wäre besser für sie, die anderen in den Flüssen und Seen zu vergessen.” Ihre Art einander nass zu halten ist die Beschreibung der Art von Liebe, welche die Konfuzianisten predigen. Der Gedanke, dass es für sie jedoch besser wäre, einander zu vergessen, ist das Konzept von Liebe von Zhuang Tse. Das heisst natürlich nicht, dass ein Paar den Partner vollständig vergessen sollen. Es bedeutet nur, dass wir verschiedenartige Wesen sind, auch wenn wir verheiratet sind und jeder sollte ihr oder sein eigenes Leben und Lebensstil haben. Dies wäre für Zhuang Tse die wahre Liebe. Verglichen mit den Konfuzianisten schlägt Zhuang Tse einen “coolen” Ton an. Beim Lesen von konfuzianischen Werken, wie den Analekten, Menzius oder Xun Tse kann man 'Hitze' verspüren. Ich vergleiche das Lesen der Analekten mit dem Frühling, mit Menzius sind wir im Sommer und mit Xun Tse sind wir im Herbst: obwohl es der Jahreszeiten entsprechend Unterschiede gibt, ist die Hitze vorhanden. Wenn Sie Zhuang Tse lesen, spüren sie keinerlei Hitze. Aber Sie haben auch kein winterliches Gefühl. Zhuang Tse ist nicht düster. Man spürt nur eine Brise frischer Luft.
Für chinesische Intellektuelle gilt eine Kombination zwischen der konfuzianistischen und der taoistischen Philosophie als das richtige Mittelmaß.
Ich liebe es, in heissen Quellen zu baden. Ich kenne keine sehr guten in China, aber wenn ich in Taiwan oder Korea bin, besuche ich immer die heissen Quellen dort. In so einem Thermalbad gibt es normalerweise ein Becken mit kaltem und eines mit warmem Wasser. Es ist schön, von einem zum anderen zu gehen. Man bleibt in keinem davon lange, denn das wäre nicht angenehm. Konfuzianismus ist wie das Warmwasserbecken und Zhuang Tse ist wie das Becken mit kaltem Wasser. Das Beste ist es, beide zu kombinieren, wie man dies auch im Thermalbad macht. Am Allerbesten ist es, das Thermalbad in ihr Herz einzuschließen. In meinem Fall ist es so, dass ich in jedem Semester zwei Kurse abhalte, im Allgemeinen einen über den Konfuzianismus und den anderen über Taoismus. Dies ist die Vorgehensweise des Ausgleichs und erfreut mein Herz.
Lassen Sie uns ein Gedicht lesen, das von dem namhaftesten der chinesischen Poeten, Li Bai, verfasst wurde. Er lebte in der Tang Dynastie und war auch eine sonderbare Person. Auf viele Weisen ähnelt er Zhuang Tse. Und er liebte Zhuang Tse sehr.

 

EINSAMES GELAGE MIT DEM MOND
By Li Bai (701-762)

Mit einem Krug voll Wein saß ich inmitten
duftender Blumen ganz allein.
Ich hob den Becher, um den Mond zu bitten,
für diese Nacht mein hoher Gast zu sein.
Da sah ich meinen Schatten, und als Dritten
lud ich auch ihn, den Ewigtreuen ein.

Der Mond weiß nichts vom Wein und seinen Freuden;
blind folgt der Schatten mir in Freud und Leid.
Und doch – ich trinke gerne mit den beiden.
Denn keinen Frühlingstag soll man vergeuden –
Der Frühling ist der Freuden Jahreszeit!

Und als ich singend meine Stimme hebe,
schwankt hoch der Mond ins weite Sternenenmeer,
und da ich wie im Traume tanzend schwebe,
schwebt tänzelnd auch mein Schatten um mich her.

Bei klaren Sinnen wussten wir zu scherzen,
und erst die Trunkenheit hat uns getrennt.
Ich liebe euch, ihr Freunde ohne Herzen.
So lebt denn wohl! Bald treffen wir uns wieder
auf irgendeinem Stern am Firmament.
Ernst Schwarz, in: Ernst Schwarz, Chrysanthemen im Spiegel, Berlin und Weimar, 1976; 

Normalerweise gibt es für die Chinesen zweierlei Anlässe, um zu trinken: Wenn sie sehr glücklich sind oder wenn sie sich einsam und traurig fühlen. Li Bai trinkt an einem wunderschönen Ort, umgeben von vielen Blumen. Dennoch unterstreicht er die Tatsache, dass er alleine, ohne Gefährten, ist. Sie können sich vorstellen, dass er sicher leicht einen Trinkkumpanen hätte finden können. Doch er möchte die Einsamkeit der menschlichen Wesen betonen. Dann bemerkt er, dass sie zu dritt sind, der Mond, sein eigener Schatten und er selbst. Wiederum ist es nicht richtig, dass da drei miteinander trinken. Für Zhuang Tse gilt ebenso, dass die Gemeinschaft nicht existiert. Die Gemeinschaft einer Menge ist gekünstelt. Gleich nachdem er erwähnt, dass sie zu dritt sind, stellt der Poet Li Bai fest, dass ihn die anderen beiden überhaupt nicht verstehen. So war auch Zhuang Tse der Meinung – egal, ob die Leute um ihn herum Freunde oder Fremde waren, das Gefühl der Einsamkeit konnten sie ihm nicht nehmen.

Das Gedicht erzählt von der Zweisamkeit an die wir während des Trinkens glauben, und vom Auseinandergehen, wenn wir betrunken sind. Ich denke, dass Li Bai ausdrücken wollte, dass wir die Illusion haben, mit anderen verbunden zu sein wenn wir trinken. Sobald wir jedoch nüchtern sind merken wir, dass wir alleine sind. Zum Abschluss deutet Li Bai an, dass die Anhaftung an andere sinnlos sei, da wir doch ohnehin einsam sind, und dass wir stattdessen lieber unbehindert “das Sternenmeer” bewundern sollten.

Kehren wir uns den Paradoxen Zhuang Tse's zu, die von Missbildung und der Nützlichkeit der Nutzlosen handeln. Manche meiner Studenten haben mich gefragt, ob Zhuang Tse selbst in irgendeiner Weise behindert war “denn aus welchem anderen Grund sollte man auf all diese behinderten Menschen hinweisen?” Für mich ist diese Frage lächerlich, weil sie ein Missverständnis über  Zhuang Tse aufzeigt. Es gibt in Bezug auf Behinderung zwei Fragen. Die erste bezieht sich auf die Beziehung zwischen Behinderung und Nutzlosigkeit. Und die zweite sagt aus, dass wir in seinen Augen alle in irgendeiner Weise behindert sind. Mit anderen Worten, es gibt auf dieser Welt keinen perfekten Menschen.

Die Menschen gehen davon aus, dass ein behinderter Mensch verglichen mit einer normalen Person nutzlos ist. Zhuang Tse weist uns im Gegensatz dazu auf den Vorteil des Behindertseins hin. Im alten China waren Militärdienst und Zwangsarbeit Pflicht.
Sie haben vielleicht die Geschichte von Menjiangnu gehört. Vor tausenden Jahren wurde ihr Mann eingezogen, um einen Teil der Großen Mauer bauen zu helfen. Als er nicht zurück kam, machte sich Menjiangnu auf, ihn zu finden. Als sie vom Tod ihres Mannes hörte, brach sie in so lautes Wehklagen aus, dass die Große Mauer zusammenfiel. Obwohl dies natürlich nur eine Volkslegende ist, kann man daraus das Leid ersehen, welches der Tod eines Geliebten bei der Zwangsarbeit mit sich bringt.

Zu Zhuang Tse's Zeit war die Sitution für verkrüppelte Menschen eine andere. Sie konnten frei in der Stadt herumspazieren und mussten nicht fürchten, zum Militärdienst oder zur Zwangsarbeit eingezogen zu werden. Und wenn die Regierung Gaben verteilte waren sie die ersten, die davon profitierten. In Europa und USA haben Behinderte einen sehr viel besseren Status. Als ich vor fünf Jahren in den USA zum Schwimmen ging, fiel mir auf, dass eine Schwimmbahn für Behinderte reserviert war.
Zhuang Tse verwendet in seinen Gleichnissen auch das Bild vom missgestalteten Baum. Er und seine Schüler wanderten oft in den Bergen. Hier fanden sie normalerweise die geradlinigen, schönen Bäume gefällt und die hässlichen Bäume unversehrt vor. Wenn es zwei Wasserquellen gab, eine mit süssem Wasser und die andere mit schlechterem Geschmack, würde erstere zuerst versiegen. Dies zeigt den Schaden des Nützlichen und die Nützlichkeit des Nutzlosen.

Doch selbst dieses Paradoxon ist nicht immer anwendbar. Nachdem sie eines Tages einen hohen Berg überquert hatten kamen Zhuang Tse und seine Schüler bei dem Haus einer seiner Freunde an. Der Gastgeber freute sich über den Besuch und entschloss sich, zur Bewirtung seiner Gäste eines seiner Hühner zu schlachten. Der Diener fragte den Gastgeber, ob er den Hahn, der am Morgen krähte oder den anderen, der das nicht tat, töten solle. Der Gastgeber wählte den, der nicht krähte. Das verwirrte die Schüler Zhuang Tse's sehr. Sie fragten Zhuang Tse, was sie davon halten sollten, da die Nutzlosigkeit der Bäume ihnen das Überleben ermöglichte, während die Nutzlosigkeit des Huhns das Huhn jedoch tötete. Zhuang Tse antwortete, dass zwischen Nützlichkeit und Nutzlosigkeit das Gleichgewicht gehalten werden müsse, was natürlich einfacher zu sagen ist als zu tun.

Die Chinesen wenden Zhuang Tse's Weisheit im täglichen Leben an und können sich, den Umständen entsprechend, zwischen Nützlichkeit und Nutzlosigkeit bewegen. Wenn Ihr Chef Sie zum Beispiel auffordert, Alkohol zu trinken, sollten Sie das tun. Wenn Ihr Chef Sie nicht auffordert, Alkohol zu trinken, dann sollten Sie es nicht tun. Anders ausgedrückt, sie sollten ein gutes Gefühl für die Angemessenheit entwickeln.

Lao Tse lebte vor Zhuang Tse und hat auf das Denken des chinesischen Volkes einen großen Einfluss ausgeübt. Seine Gedankengänge in Bezug auf diese Angelegenheit klingen ähnlich. Lao Tse sagt 'guang er bu yao' – hell sein, aber davon abzusehen zu glänzen, sinngemäss bedeutet das, dass jemand, der zu aussergewöhnlich ist, es anderen unmöglich macht, ihn zu ignorieren. Die brillante Person bewirkt, dass sich andere nicht wohl fühlen. Es ist so als ob ein sehr hübsches Mädchen den Neid anderer Mädchen hervorruft. Deswegen ist es wichtig zu versuchen, die eigenen Talente und seine Schönheit zu verstecken.

Die nächste Folgerung aus Nützlichkeit kontra Nutzlosigkeit ist, dass kein Mensch perfekt ist. Die Konfuzianisten möchten uns zu einer perfekten Person ummodellieren, einem Weisen. Doch es ist sehr ermüdend, ein Weiser zu sein. Ich glaube, dass es zwei Umstände gibt, unter denen die Welt eine solch  'perfekte Person” hervorbringt. Der eine ist der Tod. In allen Grabreden in China wird der Verstorbene gerühmt. Der zweite Umstand ist Heuchelei. Wir glaubten, dass die chinesischen Führer perfekte Menschen wären. Doch das war ganz klar nicht der Fall.

Es gibt also keine perfekte Person. Warum erkennen wir in diesem Fall unsere eigene Behinderung nicht einfach mutig und wahrheitsgemäß an? Für Zhuang Tse sind wir behindert, solange wir einen Körper besitzen. Wenn Sie zum Beispiel ein Mann sind, können sie keine Frau sein. Sogar einer, der so groß ist wie Yao Ming (der Basketballspieler), könnte mich zum Beispiel um meine Körpergröße beneiden, insbesondere wenn er sich in einem niedrigen Raum befindet. Solange wir Form und Struktur haben sind wir zur Behinderung verurteilt.
Außerdem müssen wir in Gruppen leben, weil wir Form oder Struktur haben. Und wir müssen anderen Formen und Strukturen Beachtung schenken. Wenn ich zum Beispiel auf diesem Stuhl sitze, kann ein anderer ihn nicht benutzen. Das bedeutet, dass wir mit anderen Formen und Strukturen in Konflikt geraten. Wir müssen uns also ständig kontrollieren, zurückhalten und uns Grenzen setzen.

Rund um uns gibt es viele Bucklige: wenn wir uns zurückhalten, machen wir in gewisser Weise einen Buckel. Wenn ich auf jemanden treffe, der höher gestellt ist, als ich, sollte ich mich verbeugen. Im alten China wurde von den Menschen ein Kotau erwartet. Zhuang Tse hat diese Aktion vermutlich als Verkrüppelung des Körpers empfunden. Ich nenne es eine notwendige Verkrüppelung. Wir sollten also alle mutig anerkennen, dass wir verformt sind. Manchmal ist Verformung eine Überlebensstrategie. Seine Talente zu verbergen ist eine Verformung oder eine Technik. Aber das ist negativ und passiv, während Zhuang Tse die Verformung benutzt, um das Leben zu leben, das er haben möchte.

Zhuang Tse  nennt die Art von Mensch, die er schätzt “zhen ren” - ein wahrhaftiger Mensch. Das Wichtigste ist, authentisch zu sein, das ist liebenswert. Eine 'wahrhaftige Person' ist also eine mit einem Defekt. Wer ist liebenswerter, eine perfekte Person oder eine Person, die Makel hat? Es liegt auf der Hand, dass jene mit den Makeln gerade aus diesem Grund liebenswert ist. Zu viel Perfektion lässt uns einen respektvollen Abstand von der Person einnehmen.

Das also ist Zhuang Tse und das sind seine Unterweisungen, wie wir leben sollen. Er ist noch viel mehr als das und wenn Sie weiterhin Interesse haben, können Sie sich ein Buch über ihn besorgen. Ich glaube, dass Sie sich in ihn verlieben werden, auf die Weise wie er Liebe beschreibt.

Fragen und Antworten
Frage: Gibt es bei Zhuang Tse ein bestimmtes Ziel oder einen Zweck?

Antwort: Ich glaube, dass Zhuang Tse so etwas wie eine Mission oder Verantwortung nicht kennt. Vielleicht glaubt er zu wenig Macht zu besitzen, um die Dinge ändern zu können. Das Einzige, das er tun kann, ist sein Denken zu verändern. Er stellt fest, dass sich die Welt ändert, sobald sich sein Denken verändert. Die Philosophie Zhuang Tse's ist die Biographie dessen, wie er gelebt hat und teilt uns mit, wie und warum er dieses Leben auf diese Weise lebte. Doch er zwingt andere nicht, ein solches Leben zu führen. Er ermutigt uns, unser eigenes, individuelles Leben zu leben.

 

Frage: Mir ist eine Bemerkung untergekommen, die kritisiert, dass Zhuang Tse das Interesse der Menschen an einem philosophischen Ziel geweckt hat, er aber keine Anleitung gibt, wie man es erreichen kann. Das Zitat vergleicht Zhuang Tse mit einem Reiseprospekt mit wunderschönen Reisezielen, aber ohne die Information, wie man dorthin gelangt. Von dem, was Professor Wang gesagt hat scheint man ableiten zu können, dass er diese Auslegung vollkommen ablehnt, denn er sagt, dass Zhuang Tse seine eigene  Lebensweise als Modell für den Weg, den man einschlagen soll, anbietet. Als ich Zhuang Tse las, schien es mir, dass er weise zu sein gut fand, und dass das Geheimnis darin bestünde, das Konzept des eigenen Selbst, des Egos, aufzugeben.
 
Aus drei Gründen scheint mir der Zen Buddhismus der beste Ort um eine praktische Anleitung für die Erlangung dieses Zustandes zu bekommen. Erstens gibt Zen, wie auch Zhuang Tse vor, dass Glückseligkeit durch das Aufgeben des eigenen Ichs erreicht wird. Zweitens wurde der Zen Buddhismus von Zhuang Tse sehr beeinflusst. Drittens bietet der Zen Buddhismus praktische Methoden zur Erreichung an, wie zum Beispiel Meditation. Der Professor mag die Bemerkung ablehnen, aber was hält er von der Beziehung zwischen dem Zen Buddhismus und Zhuang Tse?

Antwort: Das ist eine sehr fachmännische Frage. Es beeindruckt mich, dass im Hörsaal Menschen sind, die den Zen Buddhismus so gut kennen. Ich möchte mit dem Bild beginnen, das Zhuang Tse von der Welt hatte. Er geht davon aus, dass sich unsere Welt ständig verändert und weder einer Gesetzmäßigkeit, noch einem Muster folgt. In gewisser Weise ist er pessimistisch in seiner Weltanschauung. Mit pessimistisch meine ich, dass er nicht an ein festes Ziel glaubt.

Konfuzianisten glauben, dass die Welt einem Muster folgt, dass es ewige Dinge und Werte gibt. Sie sind also Optimisten und glauben, dass die menschliche Natur voll Güte, Rechtschaffenheit, Anstand und Weisheit ist. Für Zhuang Tse gibt es nichts davon. Die menschlichen Wesen existieren innerhalb unbekannter Prozesse, die sie nicht erfassen können. Wir werden ohne Absicht geboren und werden unter Umständen sterben, über die wir keine Kontrolle haben. Wenn es in unserem Leben ein Ziel geben sollte, dann jenes, uns an diesen ständigen Wandel anzupassen. Wir können Zhuang Tse als Wunderer bezeichnen, der jedoch kein Ziel hat. Er vergleicht das Leben mit einem kleinem Boot, das ohne Segel das Meer bereist. Es wird einfach vom Wasser getragen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass sich Zhuang Tse um nichts sorgt. Er trifft in seinem eigenen Leben, von dem er sagt, dass es zwei Teile hat, den des Körpers und den des Geistes, eine klare Unterscheidung. Unser Körper ist vollkommen vom Schicksal bestimmt. Wenn wir geboren werden sind wir gut aussehend oder auch nicht, groß oder klein, und nichts davon können wir selbst bestimmen. Zhuang Tse nimmt jedoch seinen Geist wichtig. In seinem Buch beschreibt Zhuang Tse wunderschöne Orte, Mädchen und Schmetterlinge in kurzen, vielfältigen Szenen, die nur in seinem Geist existieren. Es ist ihm egal was er sieht, weil er sogar die hässlichsten Dinge, wie zum Beispiel Müll, in etwas Wunderbares verwandelt. Dies, weil sein Geist besonders ist.

Zwischen dem Zen Buddhismus und Zhuang Tse gibt es viele Ähnlichkeiten. Ich glaube aber nicht, dass Zhuang Tse das Meditationssitzen, das der Zen Buddhismus empfiehlt, bewundern würde. Er würde das als zu großen Zwang ansehen. Wenn eine Person still sitzen muss, um den Geist zu beruhigen, ist sie in einem niedrigeren Zustand. Es sollte einem möglich sein, selbst beim Sprechen, beim Wein trinken, in einem Konzert oder an einem lauten Ort einen ruhigen Geist zu bewahren.

Frage: In welcher Weise ist Zhuang Tse der Nachfolger von Lao Tse? Was hat er an Neuerungen gebracht?

Antwort: Die Chinesen erwähnen die beiden normalerweise gleichzeitig, so wie sie Konfuzius und Menzius gleichzeitig nennen. Aber die Beziehung der beiden ersten ist von der der beiden anderen gänzlich verschieden.  Bei den Konfuzianern werden die Ideen vom Meister an den Schüler weitergegeben. Deswegen gilt Konfuzius als Lehrer aller Lehrer. Doch für Zhuang Tse kann keiner der Lehrer eines anderen sein, selbst dann nicht, wenn es sich um Lao Tse handelt. Deswegen kann man im Buch von Zhuang Tse keinerlei Lobpreisungen von Lao Tse entdecken. Sie sind also wirklich sehr verschieden.

Lao Tse befasst sich hauptsächlich mit der Kunst des Herrschens. Aber Zhuang Tse interessiert das überhaupt nicht und er findet Lao Tse abgeschmackt. Es ist schwer zu sagen, welche Lehren oder Neuerungen Zhuang Tse von Lao Tse übernommen hat. Sie haben auf manchen Gebieten die gleichen Gedanken, ihre Haltung dazu ist jedoch vollkommen verschieden. Am Besten ist es, Zhuang Tse mit niemanden zu vergleichen, da alle anderen menschliche Wesen sind, während Zhuang Tse vom Himmel kommt.

Danke.

The transcript of the lecture was translated into English by Prof. I-Chuan Wu.
© Imperial Tours, 2006

 
     

Kurhessenstr.59,D 63075 Offenbach, Tel:+ 49 69 86 42 59,Fax: + 49 69 86 42 74, Mobile:+ 49 171 8024688, EMAIL